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Rücktritt als Teamchef beweist Rudi Völler ist Sadist
Unmittelbar nach der Niederlage gegen Tschechien hatte Rudi Völler noch angekündigt, das frühe EM-Aus "demnächst in aller Ruhe" besprechen zu wollen. Zwölf Stunden später dann auf einmal der Paukenschlag. Rudi, von dem es nur einen gibt, tritt als Teamchef zurück und sorgt damit zum ersten Mal in seiner Karriere für eine wirkliche Überraschung.
Zugetraut hatte man ihm diesen Schritt vor allem deshalb nicht, weil es im Fußballgeschäft niemand anderen gibt, bei dem die Leidensfähigkeit derart weit entwickelt zu sein schien. Sich von Frank Rijkard anspucken lassen, ohne dem Holländer postwendend auf die Fresse zu hauen - Zuhause gegen England mit 1:5 zu verlieren, um sich anschließend schützend vor seine Mannschaft zu stellen - Mit Stürmern nach Portugal zu fahren, die gegen ernsthafte Gegner noch nie ins Tor getroffen haben: Das ist nur mit Masochismus zu erklären. Aber wie wir jetzt gesehen haben, ist Rudi zwar pervers, aber nicht in dieser Geschmacksrichtung. Er überlässt seinem Nachfolger die öffentliche Erwartung, Deutschland könne 2006 Weltmeister werden. Soll Ottmar Hitzfeld doch ruhig versuchen, aus dem Nichts und ohne irgendeinen Hoffungsschimmer eine wettbewerbsfähige Truppe aufzubauen. Auf jeden Fall eine Mission Impossible. Weshalb Rudi mit seinem Rücktritt endlich aufgedeckt hat, was hinter seiner Charaktermaske steckt: Nämlich bislang sehr erfolgreich verstecker Sadismus.
jg |
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