Der Palmendieb
neuerOutdoorsessel
Angriff der Bohrmaschinen
Unter Tüten
PACKEYS VOGELBUCH

Auf einmal war die Bude leer:
DER PALMENDIEB
from http://www.zoology.ubc.ca/~airriess/main/animals.htm Die Welt der Krustentiere ist immer wieder erstaunlich: da gibt's die Fiddler Crabs, die Dwarslöpper und - größter Feind der wohnlandschaftlichen Yams&Yucca-Plantagen - den Palmendieb.
Dieser zeichnet sich vor allem durch das systematische Entfernen von Palmen und Dingen, die wie Palmen aussehen, aus dem heimischen Karrierepunzenbiotop aus.
(wer den Kommafehler findet, ist ein Pedant)
Helga P. (37, Name von der Redaktion geändert) beschreibt ihre traumatischen Erlebnisse so: "Auf einmal war die Bude leer. Wo ich hinguck: nix als Kahlstellen! Meine höchstpersönlich ab Keimung betreuten Palmen - alle durch die blanke und absolut ungrüne LUFT ersetzt! Individuenschicksale haben da ihren Lauf ins Ungewisse genommen, zum Beispiel die vierzehnjährige "gomera". Können Sie Sich vorstellen, wie das ist, vierzehn Jahre lang so ein Geschöpf liebevoll großzuziehen und jedes einzelne Blatt mit einem jeweiligen Spezialspray optimal zur Entwicklung zu bringen, und auf einmal kommen Sie nach Hause und schwuppdiwupp gibts keine Blätter mehr  für meine Sprays? Ich bin definitiv fassungslos und per se überaus betroffen. Sie hätte wenigstens einen Abschiedsbrief hinterlassen können. So kann ich nur jede Nacht aus dem Alptraum aufwachen, daß sie auf einem skrupellosen Palmenmarkt von Hunderten von Deppen und Unwissenden betatscht wird, bis ihre empfindlichen Blattwedelspitzen absterben! Ich hätte so gern, daß sie glücklich ist..."

All diese schauderhaften Schiebereien werden durch den PALMENDIEB verursacht, eine äußerst niederträchtige Spezies in der ansonsten für ihre äußerste Schmackhaftigkeit berühmten Verwandtschaft der Langusten, Hummer und Shrimps (nicht: "nein, Sie haben Krebs, Herr Müller"). Der Palmendieb trollt sich zumeist nach erfolgtem Gemetzel an seiner Verwandtschaft nebst hektoliterweise genossenem Schampus  ("nur Schrimps und Schampus sind wahrer Genuß") gemütlich in die Bungalows, um dreist und unverdrossen diverse Palmengewächse (und alle ähnlichen Dinge) zur Terrassentür in eine ungewisse Zukunft hinauszutragen. 

Der Palmendieb klaut nicht nur Palmen, um sie in die Sklaverei zu verschleppen, sondern auch andere Dinge. Von diesen war bisher in Nebensätzen und Klammern die Rede, was sich kaum ändern wird. Er ist auch der Hauptverantwortliche dafür, daß es in Mitteleuropa überhaupt Palmen gibt: schließlich verschacherte er seine ersten Opfer gewinnbringend an die Bungalow-Generation der Neureichen. So gesehen ist alles bisher berichtete eher als "wenig weltbewegend" einzustufen. 

Ja noo, Sie, liebe Leserinnen, Sie kennen das Gefühl: Ihre Story ist für den Hauptleserstamm reichlich uninteressant, aber nichts desto  trotz ungemein und vor allem unverkennbar individuell bewegend: Schreiben Sie Ihre Geschichte an HEISS&FETTIG!

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Fürs Rumsitzen zu schade: neuer Outdoorsessel
from http://www.eisenwaren.com/ Die Hausfrau hat es heute leicht: vom telefonierenden Kühlschrank, der sich den Joghurt selber nachbestellt, bis zum Achselhaarentferner mit 4-Rad-Antrieb gibt es alle Annehmlichkeiten der Welt für Geld zu kaufen.
Ein besonders gelungenes Produkt ist der neue Outdoor-Sessel von Sabo, der zum Rumsitzen viel zu schade ist. Deshalb hat die Firma auch Räder druntergeschraubt und ein Lenkrad integriert. Damit frau auch einen Grund hat, herumzusesseln, ist ein Rasenmäher unter der Troddelborte eingebaut. So kann Sie ohne Angebertum zu riskieren weithin erkennbar ihren ganzen Rasen abfahren und hat reichlich Zeit, von den Nachbarinnen staunend besichtigt  zu werden.

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Angriff der Bohrmaschinen
from http://www.eisenwaren.com/ Ein neues Wohnfeeling verspricht das Architektenteam Oderbey & Opí, das kürzlich auf der NimmMit '99 sein neues Raumkonzept einem breiten und reichlich interessierten Publikum vorstellte. So stellt sich Opí zur Ansprache und Befriedigung des ästhetischen Männerwohngefühls eine Sofawand mit in der Rückenlehne eingelassenen Bohrmaschinen vor, der Fernseher (links im Bild) steht seitlich einer Light&Object-Installation in Form eines Kneifzangenregals. Die Composition wird abgerundet durch das völlige Fehlen auch pflegeleichter Zierpflanzen.
Oderbey zeichnete für den großzügigen, offenen Schnitt des Wohnraumes verantwortlich.

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Unter Tüten
from http://www.eisenwaren.com/ Definitiv nett anzuschauen ist auch die "weibliche" Wohnzimmervermöbelung, ebenfalls by Oderbey & Opí.
Hier dominieren praktische pflegeleichte Plastikwerkstoffe und all die Dinge, die Frauen stattdessen pflegen, zum Beispiel Primeln in allen Farben. 
Das Ensemble wirkt jung und frisch und läßt seine Bewohnerin ebenso wirken.
Im Vordergrund die Couch, ein wirklich pfiffiger Einfall aus hangarförmigem Gestell mit rüschig drapierter PE-Bahn, die wirkungsvoll diverse Salate in Szene setzt, hinten niedrige Beistelltische und das in gelichem Design gehaltene Sideboard. Ein Idyll!

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in lockerer Reihenfolge stellt HEISS&FETTIG Ihnen alles vor, was Sie kennen sollten, wenn Sie zur Schüppe greifen und es irgendwo piept.

Die Serie startet mit dem

*PACKEYS VOGELBUCH*
der neue fuehrer durch Ihren Garten



die Ampel (Turdus rufoviridis YELLOW, 1990)

Ampel / Packeys VogelbuchDie Ampel ist eine Drosselart, die man schnell von allen anderen Drosseln an ihrem roten, gelben oder grünen Gefieder unterscheiden kann. Es ist dem einzelnen Vogel auch möglich, die Farbe willkürlich durch Mauser zu wechseln; davon macht er Gebrauch, wenn eine Farbe sehr wenig vertreten ist.

Im Allgemeinen kann man aber davon ausgehen, daß die roten Exemplare Männchen sind und die grünen Weibchen. Die gelben sind meistens Jungvögel, sie treten aber nicht auf in einem Revier, in dem es nur Fußgängerampeln gibt. Dort "entscheiden" sie sich frühzeitig und erst mal unabhängig vom Geschlecht für rot oder grün.

Die Ampel kann durch einen chemischen Vorgang, an dem noch heftig geforscht wird*, aktiv leuchten. Oft sitzen die Ampel-Familien nach folgendem Muster herum: Männchen (rot) oben, Jungtier (gelb) in der Mitte, Weibchen (grün) unten. Dann leuchten sie abwechselnd: Erst das Weibchen, dann das Jungtier, dann das Männchen. Dann leuchten Männchen und Jungtier zusammen, dann wieder das Weibchen. Dieses Ritual wird vornehmlich in der Dämmerung veranstaltet und hat schon viele Autofahrer umgebracht. An Stopkreuzungen reduziert die Straßenwacht den Bestand an Ampeln radikal, weil sonst zu viele Unfälle passieren würden, wie die Vergangenheit beweist.

Leuchten zwei Ampelfamilien an der gleichen Kreuzung, dann zeigen nie beide gleichzeitig Rot oder Grün. Am allerliebsten halten sich aber gleich vier Ampelfamilien an einer Kreuzung auf. Dann zeigen die sich gegenübersitzenden Gruppen im Wechsel mit den anderen beiden Rot bzw. Grün, so daß Verkehrsunfälle fast ausgeschlossen werden. Doch da diese Vögel zu unzuverlässig sind und zum Beispiel einfach drei Meter weiter in einen Busch fliegen, um dort weiterzuleuchten, duldet man sie nicht an Kreuzungen, die stark befahren werden, und an den anderen stellt man Warnschilder auf (das normale Ampel-Warnschild mit einem Zusatz "Organ. Ampel", will heißen, "Organische Ampel"). Ampeln werden gerne gefangen und an einem Fuß festgebunden als Baustellenampeln oder Lichtorgeln in Discotheken benutzt. Dort hat man es sogar fertiggebracht, Ampeln mit blauem und lila Gefieder zu züchten.


[zurück zum Text] * Eines steht fest, sie tut es nicht auf Glühwürmchenbasis, d.h. sie hat keinen erhöhten Anteil an Glühwürmchen in ihrem Nahrungsspektrum (wie JAUNE 1990 vermutet), von denen sie eventuell die Leuchtstoffe im Gefieder verputzen könnte oder durch den Stoffwechsel in die Federn mit hineinmausern könnte. Dadurch könnte auch die Winter-Leuchtkraft, die immerhin 1/3 der Sommer-Leuchtkraft erreicht, nicht erklärt werden.

YELLOW nimmt an, daß die Ampel im Luftsacksystem ein paar kleine chemische Fabriken hat, die sie ab und zu zum Husten reizen und dabei kleinste Mengen an Substanzen in die Aushustluft abgeben, die sich verbinden und dann auf das Gefieder gehustet werden und leuchten. Dagegen spricht, daß man nie beobachtet hat, daß die Luft der Ampel beim Husten leuchtet, überdies ist die Ampel-Hustfrequenz zu gering, um ein kontinuierliches Leuchten zu ermöglichen.

Die Bürzelfette scheiden nach intensiver Betrachtung ebenfalls als Leuchtfaktor aus, und auch die verwegene Theorie von IDSCH-NI-SAN-CHI (1991), nach der die Ampel eine simple Taschenlampe im Eierstock mit sich herumträgt, kann nicht zufriedenstellend erklären, warum das Männchen auch leuchtet. CUTT (1991) geht sogar noch einen Schritt weiter und glaubt an eine frei bewegliche Taschenlampe, die zwischen den einzelnen Familienmitgliedern hin und her gereicht wird; diese Taschenlampe soll zudem leben und symbiontischer Natur sein...
[© packeys vogelbuch by h. worth]



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