Nach dem Flop von 'Star-Wars Episode 1'
Neues Drehbuch für 'Episode 2'




Da heute bereits absehbar ist, dass die Einspielergebnisse von 'Episode 1' weit hinter den Erwartungen zurückbleiben werden, denkt Regisseur und Produzent George Lucas nun intensiver darüber nach, wie noch verhindert werden kann, dass sich auch die beiden folgenden Teile der Star-Wars-Saga als mittelprächtige Flops erweisen. Das Augenmerk ist dabei hauptsächlich auf "Episode 2" gerichtet, die in drei Jahren in die Kinos kommen soll. Nach der bisherigen Planung war ja vorgesehen, diese Folge als mehr oder weniger unerträgliche Teenie-Schmonzette zu inszenieren, in deren Verlauf ein siebzehnjähriger Anakin Skywalker immer heftiger die vier Jahre ältere Königin Amidala anbaggert, sie schliesslich rumkriegt und mit ihr dann schleunigst die Zwillinge Luke und Leia zeugt.
Wie HEISS&FETTIG erfahren hat, zeichnet sich nun ab, dass dieser Plot zumindest teilweise verändert wird. Da Leonardo di Caprio bereits für die Rolle des Anakin Skywalker verpflichtet worden ist, soll dessen spätpubertäres Liebeswerben zwar nach wie vor im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Allerdings mit anderem Ausgang: Aus Rücksicht auf die Lebenserfahrungen eines erwachsenes Kinopublikums soll fünf Minuten vor Schluss des Films ein graumelierter Harrison Ford seinen Auftritt haben, die von Leo bis dato heftig umworbene Königin mit einem einzigen Augenaufschlag zum Dahinschmelzen bringen, beiläufig dann noch etwas wie "Schieb ab, Leo" murmeln und schliesslich mit der mittlerweile völlig willenlosen Amidala in Richtung untergehender Sonne aus dem Film verschwinden. Womit dann ja auch die Mutter aller Star-Wars-Fragen beantwortet würde: Nämlich, weshalb aus Jung-Anakin der notorisch übel gelaunte Darth Vader geworden ist.

jg


Nach dem Kinostart:
Total unterschiedliche Reaktionen
auf 'Star Wars - Episode 1'




Unmittelbar nach den ersten Vorführungen von 'Star Wars - Episode 1' hat HEISS&FETTIG in einer gross angelegten Befragungsaktion wissen wollen, wie deutsche Kinobesucher diesen Film finden. Das verblüffende Ergebnis: Unterschiedlicher können die Reaktionen nicht sein.

Hier einige Antworten:

" Die Handlung kannste zwar voll vergessen, aber die Spezialeffekte sind wirklich vom Allerfeinsten."

"Klasse sind natürlich die Tricks. Nur schade, dass die Schauspieler immer dazwischenquatschen."

"Gut gefallen haben mir die Spezialeffekte. Aber wer hat eigentlich diese Dialoge verbrochen ?"

"Dieser eine Typ - Jar Jar heisst der, glaube ich - ist mir spätestens nach einer halben Stunde mit seinem Gequassele derart auf den Wecker gegangen, dass ich mich gar nicht mehr richtig auf die Computertricks konzentrieren konnte."

"Um was es da gerade geht, und vor allem wer da gerade gegen wen kämpft, war mir zwar nie ganz klar. Erste Sahne sind aber die Tricks.

"Wenn diese Königin nach einer guten Stunde erzählt, sie sei gar nicht die Königin oder so, war mir das dann irgendwie auch schon egal. Klasse sind natürlich die Computeranimationen."

"Neben den Tricks hat mich dieser Bösewicht mit dem roten Gesicht am meisten beeindruckt. Und zwar weil er kein Wort gesagt hat."


jg


Filmkritiker mal wieder voll daneben
"Star Wars - Episode 1" hat doch Tiefgang




Zuckende Lichtschwerter, lustige Aliens und Tausende weiterer Special Effects: Gerade im Goethe-Jahr sind das natürlich denkbar schlechte Zutaten, wenn ein aktueller Film bei der sogenannten seriösen Filmkritik gut abschneiden soll. Und deshalb ist es bereits vor dem Deutschland-Start von "Star Wars - Episode 1" ausgemachte Sache, dass "Die dunkle Bedrohung" in den Feuilletons von FAZ, Zeit und anderen Zentralorganen der gebildeten Stände als dunkle Bedrohung abendländischer Sehgewohnheiten verteufelt werden wird. Aber auch hier irren die selbsternannten Gralshüter der Geistesgeschichte. Der kommende Kino-Kassenschlager ist nämlich keineswegs ein nur aus Spezialeffekten und platter Handlung bestehendes Produkt des Ami-Kinderkinos.

Tiefgang beweist die aus handlungschronologischer Sicht erste Folge der Sternenkrieg-Reihe schon allein deshalb, weil in ihr geschildert wird, dass Darth Vader ehedem als unschuldiges Kind und damit keineswegs als der Ober-Bösewicht zur Welt gekommen ist, den wir bereits aus drei Filmen kennen. Nicht nur ein wesentlicher Beitrag zur philosophischen Debatte darüber, woher wir kommen und wohin wir gehen, sondern auch ein weiterer Anstoss, ernsthaft darüber nachzudenken, ob zum Beispiel Slobodan Milosevic, Dieter Bohlen und Mike Tyson wirklich schon immer das gewesen sind, wofür sie landläufig gehalten werden.

Oder nehmen wir zum Beispiel die gute und schöne Königin Amidala. Wenn sich herausstellt, dass ihre Dienerin ihre Rolle eingenommen und die tatsächliche Königin bis dato geschickt im sicheren Hintergrund die Fäden gezogen hatte, ist dieser Rollentausch doch gleich in mehrfacher Hinsicht als Parabel anzusehen. Zum einen dafür, dass es heutzutage ja oft die Frauen hochgestellter Politiker sind, die das Zepter schwingen (erinnern wollen wir in diesem Zusammenhang nur an Hillary Clinton, Barbara Bush und Doris Köpf). Und ausserdem auch deshalb, weil ja längst noch nicht feststeht, ob Kanzler Schröder nicht von einem angeheuerten Schauspieler verkörpert wird, während der einzige und wahre Gerd S. in einer niedersächsischen Kneipe ein Schnitzel nach dem anderen verdrückt und die politischen Strippen zieht.

Und schliesslich sei nur noch darauf verwiesen, dass es natürlich nicht nur der Erheiterung der Zuschauer dient, wenn am Ende von "Episode 1" Gutmensch Qui-Gon Jinn vom diesmal amtierenden Chefschurken Darth Maul ins Jenseits befördert wird. Obi-Wan Kenobi wird dieses Schicksal Jahre später ebenfalls ereilen, und es wird auch ihm, wie wir ja bereits wissen, allein schon deshalb nicht wirklich schaden, weil er weiter als Astralwesen durch die Handlung geistern kann. So aller Voraussicht nach natürlich auch in den noch folgenden Episoden 2 und 3 Liam Neeson. Womit dann ja auch endgültig bewiesen ist, dass es nicht nur ein, sondern unendlich viele höhere Wesen gibt, jeder Mensch einen Gott in sich trägt, und wir dies erst dann wirklich glauben, wenn es uns ein Ami-Regisseur erklärt.


Allen, die sich ohne lästigen Kinobesuch über 'Episode 1' informieren wollen, empfehlen wir, sich zum Beispiel Gähn der Sterne von Limited Edition Online zu Gemüte zu führen.



jg



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