Neues Osama-bin-Laden-Video ist ein Flop
Luder-Treffen bei "Wetten,dass?"
Der Mann des Jahres 2001
Die Madonna des Neokommunismus

"Nur Gebrabbel"
Neues Osama-bin-Laden-Video ist ein Flop


Weltweit und wie Sauerbier, jedoch ohne Erfolg bot der amerikanische Geheimdienst CIA den neuesten Video-Clip des saudischen Top-Terroristen Osama bin Laden an. Obwohl man den Film schon im Vorfeld mit Untertiteln versehen hatte, um das übliche Gebrabbel des offensichtlich mittlerweile sprachgestörten Hauptdarstellers allgemein verständlich zu machen, lehnten sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Fernsehsender den Ankauf des Videos ab. Begründung: bin Laden sei schauspielerisch schon einmal erheblich besser rübergekommen.
Private Sender sind darüber hinaus überzeugt, dass die Ausstrahlung des im Big-Brother-Stil gedrehten Videos wegen des sattsam bekannten Herumprahlens bin Ladens mit der der Zahl seiner Opfer keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken würde. Schon bei der Ausstrahlung des letzten Videos habe die Einschaltquote in der Gruppe der 15 bis 30jährigen noch unter der der neuen Verona-Feldbusch-Show gelegen. Die Fernsehveranwortlichen deuteten jedoch an, dass sie grundsätzlich trotzdem weiterhin an Bin-Laden-Videos interessiert seien, wenn dieser darin zum Beispiel einen flächendeckenden Bio- oder Atomwaffenangriff ankündigen und dafür auch einen konkreten Ort und Zeitpunkt nennen würde. Aber auch öffentlich-rechtliche Fernsehsender zeigten sich zurückhaltend: das penetrante Product-Placement des Al-Qaida-Anführers für Kalaschnikoff-Gewehre verstiesse leider gegen das Rundfunkgesetz. Genau aus diesem Grund will der CIA das Video jetzt dem 24-Stunden-Einkaufskanal "Home Order Television" zum Vorzugspreis anbieten.
Um den ständigen Ärger mit den Bin-Laden-Videos zu beenden, will jetzt Talkmaster Alfred Biolek dem arabischen Massenmörder einen spektakulären Fernsehauftritt verschaffen: bin Laden soll in die Sendung "Boulevard Bio" gemeinsam mit dem Oetker-Entführer Dieter Zlof und dem Ex- und Alt-Bundeskanzler Kohl zum Thema "Der Rechtsstaat kann mich mal!" eingeladen werden. Auch Fernsehliebling Thomas Gottschalk soll an bin Laden dran sein und hat folgende Wette für den Terroristen-Anführer vorbereitet: "Wetten, dass Sie es nicht schaffen, bis zum Ende der Sendung 100 nackte Muslima auf die Bühne zu bringen, die amerikanische Nationalhymne singen?"

hs

"Versammlung toter Köder"
Luder-Treffen bei "Wetten,dass?"


Nicht verhehlen konnte Showmaster Thomas Gottschalk am Samstagabend sein Enttäuschung darüber, dass die "populärste Unterhaltungssendung des europäischen Fernsehens" lediglich ein "Silikongipfeltreffen deutscher Luder" zu bieten hat, falls es einmal Absagen von Hollywoodstars hagelt.
Im Laufe des Abends erweckten die "fritierblonde Quarkbacke" Jenny Elvers und die "brünstigen Heidschnucke" Ariane Sommer (es fehlten die "bajuwarische Kampf-Kokubine" Julia Siegel und die "indische Tempelhure" Ramona Drews) den Eindruck, dass "Luder" Silikon nicht nur in der Bluse, sondern auch in der Birne haben. Dass solche "Luder ein deutsches Phänomen sind, das die Nation bewegt" (Gottschalk), kann zwar nicht bestritten werden. Ihrer Aufgabe jedoch, als "tote Köder bei der Jagd Raubwild anzulocken" (Luder-Definition laut Brockhaus) oder - wie es Luder Sommer ausdrückte - als "Lichtgestalten" (Sommer) die Nation "in krisengeschüttelten Zeiten abzulenken", wurden sie am Samstagabend leider nicht gerecht. Im Gegenteil: der Auftritt der deutschen Luder machte erst deutlich, wie tief sich die Nation tatsächlich in einer Krise befindet. Luder - Fazit: tot ja - Köder nein.
Einziger Trost der Sendung: der Auftritt des 91jährigen Mutter-der-Nation-Luders Inge Meysel. Zwar liess ihre Behauptung: "Mein Busen ist echt, wie Gott ihn schuf" und die anschliessende Frage: "Soll ich mich ausziehen?“ Gottschalk erbleichen, führte dann aber zu donnerndem Applaus im Publikum. Dieser Erfolg gab dem Showmaster zu denken. In der nächsten Sendung will Gottschalk ("Frau Sommer präsentierte sich als gackernde, antiseptische Spätabiturientin.") zwar beim Thema "Luder" bleiben, das geistige Niveau jedoch deutlich steigern. Es haben bereits zugesagt:
"Kultur-Luder" Anneliese Rothenberger und "Emanzen - Luder" Alice Schwarzer.
Als ausländischer Stargast: ein "Burka-Luder" aus Kabul.

hs

Die Michael-Gorbatschow-Stiftung präsentiert
Der Mann des Jahres 2001


In Wien wurde am Wochenende von der Michael-Gorbatschow-Stiftung anlässlich des „Men’s World Day“ (Weltmännertag) zum zweiten Mal der „World Award“ für herausragendes soziales und gesellschaftliches Engagement von Männern in aller Welt verliehen. Preisträger: Die wackeren und tapferen New Yorker Feuerwehrleute, der "Sängerknabe der Weltmusik" Luciano Pavarotti, der mächtige und einflussreiche CNN-Boss Ted Turner, der erfolgreiche Geschäftsmann Richard Branson, das kreative Designer-Duo Dolce & Gabbana, der mutige Aidsforscher Roberto C. Gallo, der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der ehemalige Ex-Beatle Paul McCartney, der französische Filmschauspieler Alain Delon, der charmante Quizmaster Günther Jauch und der oskargekrönte Regisseur Steven Spielberg. Der alternative Männerpreis ging an den Liedermacher Dieter Bohlen für die Eröffnung eines Hauses für verfolgte und geschlagene Männer. In der Kategorie "Weichei des Jahres" wurde Michael Jackson ausgezeichnet ("Ich habe solche Angst, dass die Welt untergeht, und weine den ganzen Tag!")
Nachdem man(n) sich im offiziellen Teil der gegenseitigen Wertschätzung und Bewunderung versichert hatte, ging man(n) anschliessend hinter den Kulissen zu den üblichen Männerthemen über: Miezen, Mäuse und Motoren. Pavarotti zeigte seine neue Penis-Pumpe herum, McCartney schwärmte von seinem Sportwagen, der mit Rapsöl betrieben wird und es trotzdem in 10 Minuten von 0 auf 100 km/h schafft, und Ted Turner verteilte Börsentipps ("Aktien von 'Al-Quaida-Terror-Consulting'? Ich rate ab - sind demnächst pleite. Mein Geheimtipp: 'Afganistan Veterans Trust' - ein Fond mit Zukunft!"
Nur Günther Jauch stand etwas abseits und verloren herum. Für seine Intelligenzfragen ("Wer gewann den Nobelpreis für Literatur im Jahres 1999 - ware es A: Kemal Atatürk oder B: Beate Uhse oder C: Loriot oder D: Günther Grass") interessierte sich leider niemand. Typisch Mann!

hs

Sarah Wagenknecht
Die Madonna des Neokommunismus


Ihre Augen sind größer, dunkler und grasgrüner und stehen weiter auseinanderstehen als die von Laetitia Casta. Ihre Haut ist bronzefarbener, reiner und samtiger ist als die von Verona Feldbusch. Sie sieht schöner aus als Catherine Deneuve in ihren besten Filmen. Sie trägt perfekte, akkurate, steingrau-stählerne Kostüme mit mattsilbernen Knöpfen. Dazu passend die ebenfalls steingraue Nylons, von denen der linke eine verräterisch wirkende Laufmasche aufweist, die man einfach verfolgen muß bis in den hochsitzenden Rock hinein: was für herrlich schlanke Beine sie doch hat und wie knapp der Rock sitzt - ohne Laufmasche wäre einem das gar nicht aufgefallen. Und die makellosen Knie. Sie ist die schönste Politikerin aller Zeiten, viel schöner und betörender als es Benazir Bhutto je war.

Sie fährt einen 70 000 Mark teuren Audi A6 mit Chauffeur und hat einen Zweitwohnsitz in Irland. Dort sitzt sie am liebsten im irischen Abendlicht auf einem runden, irischen Hügel, und blickt auf "ihre" Bucht, an der Schwanenfamilien und Fischreiher vorbeiziehen.

Und natürlich kennt sie auch das Gefühl von Glück als Rausch. Wenn sie frisch verliebt ist etwa, wenn sie durch die Welt läuft wie in Trance, nichts mehr um sich sieht, nichts mehr richtig wahrnimmt, an nichts mehr denken kann als an diesen einen Menschen. Da ist sie jenseits von Zeit und Raum, von Politik und Gesellschaft, das ist einfach das Schönste für sie, das es gibt.

Ihr Liebslingsbild ist die "Sixtinische Madonna" von Raphael. Ebenso wie diese geht sie barfüssig, verletzlich, das Kind schützend und selbst ungeschützt, in eine Welt, von der sie - zu Recht - wenig Gutes erwartet. Aber sie geht nicht demütig gebeugt, sondern in Würde, ihrer Schönheit, Weiblichkeit und Überlegenheit bewusst. Unangreifbar, weil in sich ungebrochen in einer Zeit, deren Rollenverständnis Frauen die fatale Wahl zwischen unterwürfiger Hausmutter und maskuliner Emanze aufzuzwingen scheint.

So lieben wir sie: "unsere" Sarah Wagenknecht - wie man in der Redaktion von Heiss&Fettig sagt. Wenn ihr Name fällt, schweigen die Redakteure für einen Moment und ihr Blick gleitet über die grossformatigen Bilder und Poster, die die Redaktionswände über und über bedecken.

Aber zu unserem bitteren Leidwesen gibt es auch noch eine "andere" Sarah Wagenknecht: das stalinistische Teufelchen, die schöne Querulantin. Sie ist nämlich auch die Vorsitzende der "Kommunistischen Plattform" in der Partei der ewiggestrigen DDR-Nostalgiker, der PDS, ihr Anrufbeantworter spielt die Melodie der DDR-Hymne "Auferstanden aus Ruinen", und in ihrem Arbeitszimmer hat sie die DDR-Flagge und die rote Arbeiterfahne arrangiert. Alles ohne jegliche Ironie. Sie propagiert sozialistische Wirtschaftsstrukturen und kämpft gegen die Kriegsstrategie der amerikanischen Regierung. Sie ist zwar eine Engelsgestalt, aber eben auch eine Engelsgestalt des Sozialismus.
Ja, so ist sie auch - "unsere" Sarah Wagenknecht. Wir wissen nicht, warum sie so etwas AUCH ist, und wollen wollen es auch gar nicht wissen. Wir denken nur an ihre grossen, dunklen und grasgrünen Augen und wünschen uns, wir sässen mit ihr auf einem irischen Hügel und wären eine Laufmasche, die langsam und wie in Trance unter ihrem knappen, steingrauen Rock verschwindet...

hs


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