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Skeptisch sind nach wie vor viele Deutsche angesichts der Wahl von Arnold
Schwarzenegger zum Gouverneur Kaliforniens. Der Grund: mit der Wahl von eingebürgerten Ex-Österreichern an die Staatsspitze hat man hierzulande keine so guten Erfahrungen gemacht...
Was lassen wir da neulich im "Büsumer Tageblatt"? "PENISVERLÄNGERUNG IM SSV!" Da dachten wir: das darf doch nicht WAHR sein! War es auch nicht. Penisverlängerung sind nach wie vor schweineigelteuer... Um den zunehmenden Lehrermangel auszugleichen, greifen jetzt immer mehr Schulämter in Deutschland zu ungewöhnlichen Mitteln. Kaum hatte z. B. der Bremer Bildungssenator Willi Lemke den Satz "Es gibt Sexbomben an unseren Schulen, da möchte ich nicht Junglehrer sein" ausgesprochen, bewarben sich 150 angehende Sportlehrer aus Bayern an den Schulen der norddeutschen Hansestadt. An diesen Erfolg will jetzt auch das Kultusministerium in Mecklenburg-Vorpommern anknüpfen. In ganz Deutschland werden demnächst grossflächige Plakate aufgehängt, die auf das miserable Abschneiden des Bundeslandes in der Pisa-Studie hinweisen. Darunter steht der Slogan: "Dumm fickt gut!" Nachdem der für Tourismus zuständige italienische Wirtschaftsstaatssekretär Stefano Stefani in übelster Weise gegen die Deutschen gepöbelt hatte ( "einförmige, supernationalistische Blonde, die mit Rülpswettbewerben, Biergelagen und Pommes-Frites-Völlereien aufgewachsen sind und besoffen von aufgeblasener Selbstgewissheit lärmend über unsere Strände herfallen"), wollen jetzt nicht nur der Bundeskanzler, sondern auch die meisten anderen Deutschen ihren Urlaub in Italien stornieren. Obwohl die Italiener weltweit als stinkende, ständig krakelende und arbeitsscheue Taschendiebe und faschistoide Spaghettifresser bekannt sind, bei denen sogar "die Erde kotzt (Vesuv)", sind nämlich bisher viele Deutsche auf den Spuren von Goethe und Karl-Heinz Rummenigge zu unseren südliche Nachbarn gefahren. Rätselraten herrscht jedoch noch über die entsprechenden Alternativen, nachdem auch Österreich ("Piefkes"), England ("Panzer") und Spanien ("Ballermann") für den Urlaub ausfallen... Angeboten wurde der Redaktion von HEISS&FETTIG ein angeblich "sensationelles" Porno-Video aus dem Deutschen Bundestag. Leider handelte es sich dabei nur um eine Sex-Orgie des Ältestenrates, wodurch sich auch der relativ günstige Preis von EUR 3,50 erklärt. Trotzdem haben wir zugunsten der politischen Hygiene abgelehnt. Allerdings suchen wir wir nach wie vor nach einem erotischen Video mit jüngeren Bundestagssekretärinnen, da dieses nicht unter unser Hygiene-Gebot fallen würde. Erleichterung herrschte in der deutschen Gewerkschaftsszene, als DGB-Chef Sommer nach einem Gespräch mit dem Bundeskanzler erklärte: "Unsere Haltung zur Agenda 2010 IST bekannt und BLEIBT bekannt!" Damit die Haltung des DGB nicht doch wieder in Vergessenheit gerät, wiederholen wir an dieser Stelle nochmals die wesentlichen Punkte: 1. Verbot von Grossunternehmen 2. Zerstörung des Mittelstandes und 3. Plünderung der Staatsfinanzen. Während Michel Friedman sich noch immer im Ausland aufhält, bekommen die Verdächtigungen gegen ihn fast täglich neue Dimensionen. Der aktuellste Verdacht: Nach einer Untersuchung des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung finden sich auf neun von zehn deutschen Euro-Scheinen Reste von Kokain, woraus zweifelsfrei geschlossen werden kann, dass Friedman diese Substanz nicht nur konsumiert habe, sondern er damit sogar im großen Stil gehandelt habe. Damit aber noch nicht genug: Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft aufgrund der aktuellen Erkenntnisse nun außerdem, ob Friedman ins Geldwäschegeschäft verwickelt sei oder ob man ihm dies zumindest mit großem Tamtam anlasten könne. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main heute mitteilte, liegt inzwischen das Ergebnis der Haaranalyse von Michel Friedmann vor. Gefunden wurden Rückstände einer weisslichen Substanz. Damit gilt es als erwiesen, dass Friedmann über Jahre Drogen genommen hat. Allerdings, so die Staatsanwaltschaft, handele es sich lediglich um weiche Drogen. Ganz weiche Drogen, denn Friedmann, nur das habe man in der Analyse ermitteln koennen, hat sich offenbar über Jahre grosse Mengen Palmin Soft in die Haare geschmiert. Testen Sie Ihr Wissen! Frage: Wer oder was ist "Paolo Pinkel?" 1. Schutzpatron des "Bundesverbandes Deutscher Toilettenfrauen"? 2. Volkstümliche italienische Brunnenfigur? 3. Deckname eines bekannten Fernsehmoderators im Rotlicht-Milieu? Wenn Sie die richtige Lösung wissen, behalten Sie sie für sich; es könnte sich nämlich die Staatsanwaltschaft für Sie interessieren... Anlässlich ihrer Erotik-Photos in der Zeitschrift "MAX" wollte die Schauspielerin Uschi Glas nicht ausschliessen, daß die öffentliche Zurschaustellung ihres Körpers auch der eigenen Partnersuche dient. MAX: "Aber könnte es sein, dass jetzt mehr Herren darauf aktiv reagieren?" Glas: "Na ja, schon irgendwie. Ist ja auch schön." Wie HEISS&FETTIG erfuhr, sollen auch die Fernsehstars Heidi Kabel und Inge Meysel sowie die Wildecker Herzbuben das Alleinleben satt haben... Das Rätselraten über die Hintergründe des Todes von Jürgen W. Möllemann hält an. Nachdem die Kriminalpolizei einen Unfall ausgeschlossen hat, äußerten Freunde des verstorbenen Politikers, die "Westerwelle-Mafia" habe Möllemann in den Tod getrieben. Abgesehen davon, daß Guido Westerwelle noch nicht einmal ein Eichhörnchen "in den Tod treiben" könnte, stellt der Ausdruck "Westerwelle-Mafia" eine grobe Rufschädigung der bekannten sizilianischen Vereinigung dar. Jetzt melden sich immer mehr Beobachter, die "das internationale Judentum" für den Tod Möllemanns verantwortlich machen. Dafür würden mehrere Gründe sprechen. Erstens: Möllemann sei ein guter Freund der Araber, insbesondere der Palestinänser, gewesen. Zweitens: Möllemann habe die Juden, vor allem den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michael Friedmann, nicht leiden können. Möllemann soll sogar zu seinen Lebzeiten dem "internationalen Judentum" den gutgemeinten Hinweis gegeben haben, es könne auf der Welt wesentlicher beliebter sein, wenn es überhaupt keine Juden geben würde. Ein Ratschlag, dem sich das "internationale Judentum" übrigens bis heute hartnäckig verweigert. "Heiss&Fettig" hat drei führende Stellvertreter des "internationalen Judentums", Ariel Sharon, Woody Allen und Ilja Richter, um ein Interview zu diesen Theorien gebeten, wurde aber aus angeblichen "Termingründen" abschlägig beschieden. Die Redaktion hat dies zwar akzeptiert, meint jedoch, dass das seit vielen Jahrhunderten angeschlagene Image des "internationalen Judentums" durch solche Absagen nicht gerade verbessert wird... Immer lauter werden die Stimmen, die auch von den Rentnern einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung fordern. Der Vorschlag des Professors für Wirtschaftspolitik, Friedrich Breyer, Senioren, die älter als 75 Jahre alt sind, nicht mehr zu operieren, trifft besonders bei der jüngeren Generation auf offene Ohren. Dadurch könnten die Krankenkassen um 600 Millionen Euro entlastet und - wegen des Sinkens des Altersdurchschnitts - die Rentenbeiträge um 0,8 Prozent gesenkt werden. Um die ältere Generation jedoch nicht einseitig zu belasten, sollen "im Gegenzug" die Beihilfen zum Sterbegeld erhöht werden. Und zwar nach Alter gestaffelt: wer schon mit 65 Jahren ablebt, erhält den vollen Betrag. 90jährige erhalten noch 20%, 100jährige müssen die Sterbekosten in vollem Umfang allein tragen. Nach wie vor felsenfest überzeugt ist der amerikanische Präsident George W. Bush, dass im Irak Massenvernichtungswaffen gefunden werden. Bush:"Es MUSS im Irak Massenvernichtungswaffen geben - sonst hätten wir den Krieg ja gar nicht angefangen!" Um die Suche zu beschleunigen, will Bush jetzt die gesamte amerikanische Bevölkerung in seine Bemühungen einschliessen. Im Rahmen eines Preisausschreibens soll die Frage beantwortet werden: "Angenommen, Sie müssten Massenvernichtungswaffen verstecken, wo würden Sie sie deponieren?" 1. Preis: ein Wochenende für zwei Personen in einem ehemaligen irakischen Präsidentenpalast. 2. Preis: zweitägiger Aufenthalt als "Embeded Tourist" bei der 3. Infanterie-Divison in Kerbala, und 3.-100. Preis: ein Taschenbuch mit den schönsten Original-Bush-Zitaten. ("Ich hätte den Fragesteller fragen sollen. Ich hatte jedoch keine Möglichkeit, den Befrager die Frage, die Sie gefragt haben, zu fragen.") An dem Preisausschreiben können sich übrigens auch die Bürger und Bürgerinnen osteuropäischer Nato-Staaten (Polen, Tschechien usw.) beteiligen. Einsendungen aus Frankreich und Deutschland sind jedoch unerwünscht und werden nicht berücksichtigt. Anlässlich der diesjährigen Oscar-Verleihung ist ja wieder einmal unter Beweis gestellt worden, dass einschlägig bekannte Künstler jede Gelegenheit dafür nutzen, Friedenshetze zu betreiben. Glücklicherweise sieht aber nicht die gesamte Entertainment-Branche den Irak-Krieg kritisch. Dass man ihm durchaus auch fröhliche Aspekte abgewinnen kann, beweist jedenfalls ein Beispiel aus Holland (3,6 MB) auf eindrucksvolle Weise Nachdem die meisten irakischen Soldaten unbezahlten Urlaub genommen haben, wird die staatliche Ordnung nun notdürftig von einer Allianz aus Besatzungstruppen und einheimischen Plünderern aufrechterhalten. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen aber trotzdem die Spekulationen, wo Saddam Hussein denn eigentlich abgeblieben ist. Er habe sich ins Ausland abgesetzt, heißt es an einer Stelle. Dann will wieder irgendjemand wissen, der ehemalige Staatschef habe sich den Bart abrasiert und irre nun als Frau verkleidet ziellos durch Bagdad. Ganz zu schweigen davon, dass Saddam sich derzeit intensiv auf eine künftige Karriere als Geschichtenerzähler aus 1001 Nacht vorbereite. Auf jeden Fall aber Mutmaßungen, die jeglichen Wahrheitsgehalts entbehren. Und zwar auch und gerade deshalb, weil eine starke Hand, wie die derzeitigen Plünderungen zeigen, im Nachkriegs-Iran mehr denn je gefragt sein wird, und Saddam Hussein sich deshalb berechtigte Hoffnungen auf eine verantwortliche Funktion in Sicherheitsbereich machen kann. Während die Invasionstruppen von Erfolg zu Erfolg eilen, ist aber auch nicht zu übersehen, dass es in ihren Reihen zunehmend Probleme mit der militärischen Disziplin gibt. Fast täglich wird mittlerweile berichtet, dass sich amerikanische Kampfpiloten geweigert haben sollen, britische Stellungen anzugreifen. Berichte, nach denen sich Saddam Hussein bereits vor dem Beginn des Irakkriegs nach Hanau bzw. Linz abgesetzt haben soll, haben sich zwar längst als gezielte Desinformationen herausgestellt. Nichtsdestrotrotz stellt sich mittlerweile aber immer drängender die Frage, was aus dem Ex-Staatspräsidenten werden soll, wenn der Irak komplett besetzt worden ist. Ihn vor ein internationales Kriegsverbrechertribunal zu stellen, kommt für die US-Regierung schon allein deshalb nicht in Frage, weil die Bush-Administration ja so ihre Probleme mit internationalen Gerichten hat. In gewisser Weise empfindet man ihm gegenüber insgeheim aber sogar eine gewisse Fürsorgepflicht. Schließlich hat er seiner Rolle als arabischer Bösewicht Nummer Eins in den Neunziger Jahren hervorragend gespielt. Und außerdem hat man, allem Säbelgerassel zum Trotz, natürlich nicht vergessen, wer damals Krieg gegen die iranischen Mullahs geführt hat. Hinter den Kulissen der Weltpoltik bemüht sich die Bush-Regierung deshalb inzwischen fieberhaft um Perspektiven, die man Mister Hussein anbieten kann. Im Gespräch sind zurzeit vor allem folgende Optionen:
Mangelnde Unterstützung für den Feldzug der Amerikaner und Briten ist ja insbesondere in Europa zu verzeichnen. Eine Situation, die die PR-Strategen im US-Außenministerium nun dazu veranlasst hat, gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Nach bislang unbestätigten Informationen soll das erste Ergebnis dieses Joint-Ventures für den deutschen Markt folgendermaßen beworben werden:
Was die anderen verschweigen, berichtet Heiss&Fettig: nicht wegen der irakischen Gegenwehr, nicht wegen mangelnder Truppenbetreuung (siehe unten) und auch nicht wegen eines unvorhersehbaren Sandsturms ist der Vormarsch der Amerikaner im Irak zum Stillstand gekommen, sondern wegen eines Problems, mit dem anscheinend vorher keiner gerechnet hatte: die Poritzen der GIs sind nach 10 Tagen Wüstenkrieg vollkommen versandet. Während sich nun Verteidigungsminister Rumsfeld heftig gegen den Vorwurf verwahrte, er hätte das Problem zwar im Vorfeld gesehen, aus Kostengründen aber nichts dagegen unternommen, behauptete US-General Franks, es handele sich keineswegs um ein "Problem", sondern sei von Anfang an fester Bestandteil eines ausgeklügelten militärischen Planes gewesen. Trotz dieser Aussagen kauft die US-Armee jetzt weltweit Babysalben und Babypuder auf, um die Schmerzen der Soldaten wenigstens etwas zu lindern. Dabei ergab sich jedoch ein neues Problem: die Babysalben - und puderproduktion befindet sich weitgehend in deutscher Hand, und deutsche Produkte kommen noch nicht einmal an den Arsch der Koalitionstruppen... Und hier noch die gute Nachricht des Tages: auf den italienischen Spaghetti-Feldern hat die Frühjahrsernte begonnen. Besonders zu empfehlen: Barilla Novella - Nudeln aus dem ersten Anstich. Nachdem die südirakische Stadt Umm Kasr als eingenommen, fast eingenommen, so gut wie eingenommen und dann doch wieder als vollständig eingenommen bezeichnet worden war, haben sich die PR-Strategen der US-Regierung nun dafür entschieden, in der Öffentlichkeit ein absolut glaubwürdiges Bild des Irak-Kriegs zu zeichnen. Die erste Maßnahme auf der Grundlage dieser veränderten Strategie: Zwei amerikanische Armee-Camps im Irak heißen "Shell" bzw. "Exxon". Dier Schnauze voll vom Krieg haben schon jetzt die meisten US-Soldaten. Ständige Angriffe von feindlichen Truppen, unentwegter Beschuss durch eigene Kameraden und dann auch noch ein Sandsturm, der die mitgebrachten Präservativ-Vorräte unbrauchbar machte, haben den Kampfeswillen der GIs erheblich geschwächt. Folge: man beschloss, sich erst einmal ein paar Tage Ruhe zu gönnen und sich so richtig auszuschlafen. Darüber hinaus beschloss der Betriebsrat der 5. Kavallerie-Abteilung erst dann wieder zur Waffe zu greifen, wenn die Truppenbetreuung losginge und entweder die Pop-Sängerin "Madonna" oder der "eingebettete Satirker" und Oskar-Preisträger, Michael Moore, aufgetreten sei. Wie nicht anders zu erwarten wurden diese Meldungen umgehend vom Weissen Haus dementiert. Aber von der Fehl-Informationspolitik der US-Regierung lassen sich jedenfalls die eigenen Soldaten nicht mehr ins Bockshorn jagen... Von wem stammt dieses Zitat: "Natürlich beschäftigt mich dieser Krieg. Aber ich schließe mich dieser Hysterie nicht an und zähle nicht jeden Tag die Zahl der Einschüsse und Bombenabwürfe. Ich habe die letzten Tage nicht eine einzige Nachrichtensendung gesehen. Ich habe die Schnauze voll vom Krieg."
Nicht nur die Bevölkerung des Irak hat zur Zeit so ihre Probleme. In Rumänien z.B. will sich ein 45-jähriger Mann nach dem gescheiterten Versuch, sich mit Hilfe eines Seiles zu erhängen, beim Verbraucherschutz beschweren. Der von ihm benutzte Strick habe nichts getaugt. "Nicht einmal sterben kann man in diesem Lande", zitierte die rumänische Tageszeitung "Adevarul" am Donnerstag den von Verwandten geretteten Lebensmüden, Viktor Dodoi. Örtlichen Zeitungsberichten zufolge hatten die Verwandten Dodoi im Garten gefunden, an einem Seil am Baum erhängt. Da er noch lebte, hatten die Helfer das Seil kurzer Hand durchgeschnitten und Dodoi ins Krankenhaus gebracht. Weil sich das Seil so leicht habe durchschneiden lassen, werde er sich jetzt offiziell beschweren, kündigte Dodoi an. Irgendwie beruhigend, dass auch in Zeiten des Krieges das Leben irgendwie weitergeht... Vor einigen Tagen hatten wir ja bemängelt, dass die müden TV-Bilder, die an den beiden ersten Kriegstagen in die Wohnstuben gesendet worden sind, beim Publikum keine wirkliche Begeisterung für diesen Krieg aufkommen lassen können. Eine Kritik, die den britischen Sender Sky-TV sofort dazu veranlasst hat, aus der ersten Reihe der Kampfhandlungen live zu übertragen. Und auch bei Al-Dschasira-TV hat dies, wie die fröhliche Treibjagd auf vermeintlich über Bagdad abgesprungene US-Piloten am Sonntag gezeigt hat, erfreulicherweise zügig zu Konsequenzen geführt. Unzufrieden muss man aber immer noch mit der Berichterstattung der US-Senderketten sein. Zwar gibt es dort mittlerweile verwackelte Bilder von Panzerbewegungen und hysterischen Frontreportern zu sehen. Zu beanstanden ist aber insbesondere, dass dem US-Publikum das wirklich spannende Material vorenthalten wird. Nämlich die Aufnahmen von US-Soldaten, die - ob aus eigener Dusseligkeit oder nicht - in irakische Gefangenschaft geraten sind. Sowas wollen gerade in Amerika die Leute schließlich sehen. Und zwar auch und gerade dann, wenn der amtierende US-Kriegsministers der Meinung ist, Bilder von Gefangenen seien Verstöße gegen die Genfer Konvention, wenn es sich dabei um Amerikaner handelt. Mit grosser Betroffenheit haben George W.Bush und Tony Blair zur Kenntnis genommen, dass ihre Akzeptanz bei der jüngeren Generation extrem zu wünschen übrig lässt. Deshalb wurden die bekannten Videoclip-Macher Bernstein und Klopfer beauftragt, für die Sender MTV und VIVA ein Video herzustellen, auf dem George und Tony altersentsprechend rüberkommen. Die Leser/innen von Heiss&Fettig können diesen Clip schon vor seiner Veröffentlichung exklusiv herunterladen. Aber Achtung! Es handelt sich um satte 3,93 MB . Für echte Bush/Blair-Fans sollte dies jedoch kein Problem sein... Nachdem George W. Bush noch einmal klargestellt hatte, dass Bomben selbst dann auf Bagdad fallen werden, wenn Saddam Hussein alle Taschenmesser und Nagelfeilen vernichten ließe, justierte sich das Interesse der Öffentlichkeit neu. Ob ein Krieg in letzter Minute noch abgewendet werden kann, ist plötzlich kein Thema mehr. Im Mittelpunkt steht nur noch die Frage, wann die Amis und Briten endlich losschlagen. Im Bann der bevorstehenden Ereignisse fragen sich deshalb Millionen vor den Fernsehschirmen, ob ein zur Seite geschobener Sandhaufen als sicheres Indiz für den gerade befohlenen Einmarsch von Bodentruppen angesehen werden kann. N24 hatte zwar gegen 23 Uhr MEZ schon voreilig berichtet, die ersten Cruise Missiles seien bereits abfeuert worden. In der Tat war es aber erst 3 Stunden später soweit. Was eigentlich auch logisch ist. Zum einen, weil sich sowas natürlich am besten zur US-Primetime macht. Nicht zuletzt aber auch deshalb, weil den meisten der notorischen Kriegsgegner im alten Europa damit eben nicht die Gelegenheit geboten wird, den Beginn des Krieges im wachen Zustand miterleben zu dürfen. Aus europäischer Sicht ist der Beginn der "Entwaffnung des Iraks" (O-Ton Bush) aber noch aus anderen Gründen unbefriedigend. Da man von früheren Kriegen im Nahen Osten an die spezielle Ästhetik grünstichiger Bilder gewöhnt ist, ist es nun erst einmal ein Schock, Bagdader Stadtansichten geliefert zu bekommen, die an eine Webcam in Wanne-Eickel erinnern. Und außerdem muss sich der auf massive Angriffe mit Tausenden von angeblichen Präzisionswaffen eingestellte Fernsehzuschauer natürlich schon fragen, wo diese Waffen denn nun bleiben. 40 Cruise Missiles auf Ziele am Stadtrand, die keine Kamera richtig einfangen kann - was ist das denn für ein publikumsfeindlicher Kriegsbeginn ? Wie soll da Begeisterung aufkommen ? Man könnte bereits zum Auftakt glatt die Lust am Zuschauen verlieren. Ein erster Eindruck, der im späteren Verlauf des Tages dann aber glücklicherweise noch korrigiert wird. Und zwar nach dem Auftritt irgendeines Irak-Experten, der in der Tagesschau über einen sicheren Beweis dafür spricht, dass Saddam Hussein die erste Angriffswelle überlebt habe: Der irakische Staatschef sei mit Brille gezeigt worden, was als Indiz dafür zu werten sei, dass er nach den ersten Einschlägen eilig vor die Kamera getreten sein. Scheinbar gehört nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Logik zu den bevorzugten Angriffszielen in diesem Krieg. "Erschrecken und Einschüchtern" will die US-Armee den Irak mit der "Koalition der Willigen". Dazu gehören nach dem jetzigen Stand: Mikronesien, Eritrea, Aserbaidschan und die Salmonellen. Angesichts dieser geballten Streitmacht will sich Diktator Hussein die ganze Sache jetzt noch einmal durch den Kopf gehen lassen... Mit dem sicheren Instinkt einer First Lady reagierte Laura Bush auf den Kriegsbeginn im Irak. Sie besuchte umgehend einen Kindergarten für kriegstraumatisierte Waisenkinder in Pleasentville/Ohio. Sie wolle damit ein Zeichen setzen, sagte Frau Bush, und beweisen, dass das amerikanische Volk auch die schwächsten Opfer eines Krieges nicht allein lasse. Bravo! Überglücklich zeigte sich jetzt der irakische Diktator Saddam Hussein. Durch den Einsatz der Uno-Inspektoren ist es nämlich nicht nur gelungen, Mittelstreckenraketen und Bio-Waffen zu finden. Aufgetaucht ist jetzt auch der alte Toaster, den Hussein seit mehr als 10 Jahren schmerzlich vermisst hatte. Die Iraker hoffen, dass in den nächsten Tagen auch andere verloren geglaubte Gegenstände wieder gefunden werden: das Lätzchen Saddams aus seinen Kindertagen und seine Sammlung seltener Aufnahmen mit Beatles-Liedern. hs/jg/ni |