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Nick Igels Kulturtagebuch
Berliner Chaosbrigade verbessert deutsche Medaillenbilanz

Erste Augustwoche:
Endlich ist es soweit, die erste Bewohnerin des Big Brother Containers ist aus dem geschlossenen Container-Vollzug in die geschlossene Anstalt überführt worden. In der entsprechenden Pressemitteilung von RTL II heißt es: "Ilkay war völlig am Boden zerstört, lief wild umher und führte dauernd Selbstgespräche. Wir ließen Ilkay zunächst von unserem Big Brother Psychologen behandeln. Gemeinsam entschieden Ilkay und der Psychologe dann, dass sie den TV-Container verlässt und sich in der Nervenklinik behandeln lässt." Verräterisch an der Meldung scheint mir vor allem, dass nicht von "einer", sondern von "der" Nervenklinik gesprochen wird. So als bräuchte Big Brother ständig eine solche Einrichtung, als wäre Ilkay dort sowieso dauernd zu Gast (das ist meine "Stammklapse") oder als hätte RTL II einen Rahmenvertrag mit dem Landeskrankenhaus Köln abgeschlossen und die "Kandidaten" nur von dort geleast. Stichwort "Sachsenpaule" - oder denken wir mal darüber nach, ob es nervenärztlich überhaupt vertretbar wäre, jemanden wie Paco außerhalb eines gummiwandgepolsterten Klapsenhabitats aufzubewahren!


Zweite Augustwoche:
In Athen beginnen die olympischen Spiele. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand außerhalb der HuF-Sportredaktion ahnte und was die Öffentlich-Rechtlichen mit Blick auf drohenden Quotenverlust selbst bei mehr Sachverstand und höherer Einsichtsfähigkeit in den "Köpfen" ihrer Urgesteine Rubenbauer, Hartmann, Poschmann und Co. auch niemals hätten verbalisieren wollen: Für Deutschland würde es Medaillen vor allem wieder in den traditionellen Randsportarten Tierquälen (Dressur- und Springreiten), Tauziehen und Topfschlagen geben, zu deren Ausübung sich der Chinese und der Amerikaner noch zu fein sind. Und natürlich in allen Sportarten, bei deren man gut mit Waffen umgehen können muss (Schießen und Fechten).


Zorba the Nick
Nick Igel berichtet exklusiv aus Athen

Dass es in der Leichtathletik, im Schwimmen, im Kunstturnen, Handball, Fußball, Straßenradrennen und Tennis keine Goldmedaillen für die Faulenzer aus Germany gab, war nun wirklich keine Überraschung. Um so schöner, dass die zur Unterstützung unseres Teams vollzählig angetretene Mannschaft von Bundesregierung und SPD-Führung unsere Medaillenbilanz noch deutlich verbessern konnte, da es jeweils gleich die ganze Palette von Gold, Silber und Bronze in den Disziplinen Staatsverschuldung, Sozialabbau, Wahlbetrug, Synchronlügen, und Haarefärben (Wieczorek-Zeul hier sogar gleich auf Platz eins bis sechs, vor einem anderen, aus rechtlichen Gründen nicht zu benennenden noch prominenteren Mitglied der Regierungsspitze, das mit Platz sieben und acht den deutschen Triumph perfekt machte!) gab. Joschka Fischer holte zudem noch Überraschungssilber in den neuen Trendsportarten Fettleibigkeit und iterativer Vielehe, während Müntefering enttäuschend aber knapp an der Goldmedaille im Märchenerzählen vorbeischrammte und sich ebenfalls mit Silber begnügen musste. Was um so tragischer war, als er nach dem ersten Tag mit den Einzeldisziplinen Heucheln und Demagogie schier uneinholbar - weit vor Lafontaine, Bush, Berlusconi, Chatami und Sharon - in Führung gelegen hatte, dann aber am zweiten Tag selbst mit einer weiteren Spitzenperformance in der abschließenden Scheinheiligkeitsprüfung den groben Schnitzer nicht mehr ausgleichen konnte, der ihm aufgrund eines anhaltenden Krampfes im Pöbelzentrum seines rechten Hirnlappens in der Disziplin Verleumdung unterlief - wo er Angela Merkel in eher kleinlautem Tonfall lediglich eine "nicht ganz optimale Frisur" attestiert hatte. Auch eine Verletzungspause mit Behandlung durch Mannschaftspsychologen Dr. Gysi konnte Müntefering in der Kürze der Zeit nicht mehr retten. Gold dagegen für George Dabbeljuh Bush in den amerikanischen Spezialdisziplinen Staatsterrorismus und Angriffskrieg - klares hole-in-one mit der Cruise-Missile am 18. Bohrloch, da musste sich selbst Altmeister Saddam Hussein geschlagen geben.


Dritte Augustwoche:
Fehlmeldung und böse Unterstellung in den Medien. Angeblich soll der Bundeskanzler eine zweijährige Russin gekauft haben, oder adoptiert, wie das bei dieser From des Menschenhandels ja gerne einmal beschönigend formuliert wird. An sich ein geschickter Wahlkampfschachzug. Der Kanzler selbst dürfte ja impotent oder zu faul zum Kinderzeugen sein- warum sonst sollte er sich stets den Komplettbausatz von Frau mit Fertigkindern angelacht haben, anstatt selbst für Nachwuchs zu sorgen und unser aller Rente zu sichern? Die Story mit der kleinen Russin ist aber trotzdem völlig unglaubwürdig. Zunächst liegen der Redaktion von HuF sichere Erkenntnisse vor, dass in Russland und in der Ukraine - anders als in Teilen Asiens - vorwiegend mit volljährigen oder zumindest nahezu volljährigen Frauen gehandelt wird, die dort sowohl zu kaufen, als auch tage- oder stundenweise zu mieten bzw. zu leasen sind. Weiterhin lässt die Auswahl der bisherigen Intimpartner/Ehefrauen des Bundeskanzlers keine Rückschlüsse auf Pädophilie vor. Zwar neigt der Kanzler zur Auswahl von Frauen, die deutlich jünger sind als er selbst es derzeit noch ist, jedoch werden diese zumeist erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in die jeweilige Lebensabschnittspartnerschaft einbezogen und recht zügig, spätestens aber nach Erreichen des 40. Lebensjahres wieder aus dieser entlassen. Es dürfte daher davon auszugehen sein, dass die angekaufte Russin nicht zwei, sondern mindestens zwanzig Jahre alt ist. Und dass der Kanzler sich neuerdings tatsächlich einmal um seine Regierungsgeschäfte kümmert, so dass er seine Frauen nicht mehr in deren natürlichen Habitaten jagen kann, sondern sie aus dem Katalog bestellen muss.

Damit wäre dann auch schon geklärt, wer im August die Krone der "überflüssigen Frau des Monats" errungen hat: Doris Schröder-Köpf, die demnächst wohl wieder als Doris Köpf firmieren und nun endgültig der vom Kanzler nach Vorbild der Grünen betriebenen Ehegatten-Rotation zum Opfer gefallen sein dürfte.

Schade, Kanzler, das Ganze hätte man noch viel professioneller aufziehen können, mit viel größerer PR-Wirkung. Etwa durch öffentliche Abwicklung im Rahmen einer Sondernummer des Frauentauschs. Mit einer kleinen Überraschung für Doris am Schluss, wenn sie nicht zurück nach Hannover/Berlin gebracht wird, sondern in München bleiben und wieder als "Journalistin" arbeiten darf.


Vierte Augustwoche:
Das alles ist ja schlimm genug und irgendwie wird man ja auch das klebrige Gefühl nicht los, dass dieses sülzige Familiengetue des Bundeskanzlers trotz aller Beteuerungen, er wolle das eigentlich nicht in die Medien tragen, wieder genau dieselbe Instrumentalisierung des Privaten für irgendwelche Wahlkämpfe ist, wie dereinst die "Traumehe" mit der inzwischen abgeschossenen Hillu, die Berichte über die wegen ihrer regierungskritischen Aussagen inzwischen wieder hinter der Mauer versteckten Kanzlercousinen aus der Ostzone und die Betonung des arbeitslosen Kanalarbeiterbruders Lothar Vosseler, der sich inzwischen bei Big Brother zum handfesten Politclown gemausert hat und nicht zu eitel war, seine politische Hirnlosigkeit öffentlich zu machen.

Aber was uns dann gegen Ende August von unserer geliebten Regierung noch so alles an Lügen und Schwachsinnigkeit zugemutet wurde, sprengt dann doch so langsam die Parodiefähigkeit auch der schamlosesten Satire (welche herzustellen HuF sich seit Jahren zur Ehre gereichen lässt). Ich erinnere mal zärtlich daran, wie uns die dreistufige Tabaksteuererhöhung noch vor Jahresfrist "verkauft" worden war. Da hieß es, man müsse etwas tun für die Jugend und die Preise so drastisch erhöhen, dass endlich weniger geraucht wird. Außerdem brauche man die Mehreinnahmen aus der erhöhten Tabaksteuer für die Sozialsysteme. Ich habe hier ja schon einmal darauf hingewiesen wie grenzdebil eine solche Rechnung ist - denn Mehreinnahmen würden ja trotz erhöhter Steuersätze gerade nicht erzielt, wenn tatsächlich drastisch weniger geraucht würde. Und, Scheiße nochmal, genau das passiert gerade. Die Einnahmen aus der Tabaksteuer haben sich nicht erhöht, sondern sind eingebrochen, weil die Raucherei nun offenbar für viele zu teuer geworden ist. So dass die Regierung - erschrocken über die erzielte gesundheitspolitische Lenkungswirkung - folgerichtig beschlossen hat, die noch ausstehenden Stufen zwei und drei der Steuererhöhung lieber mal ganz schnell zu streichen, sonst geben die bemitleidenswerten Kinder und Jugendlichen am Ende noch wirklich das Rauchen auf. Was für den Eichel-Hennes die Pleite bedeuten würde! Tolle Logik das, und zugleich ein nicht gerade überraschender Hinweis darauf, welches der beiden zunächst verkündeten, jedoch in immanenter Kollision stehenden Ziele der Regierung wirklich wichtiger ist: Kohle in der Kasse geht vor Beseitigung der Kohle in der Lunge. Das macht Hoffnung. Und zwar allen Autofahrern. Wenn die Mineralölsteuereinnahmen weiter zurückgehen, weil die von der Steuererhöhung erhoffte "ökologische Lenkungswirkung" hoher Benzinpreise eintritt, dürfte Rot-Grün sehr schnell ebenso auf die Umwelt scheißen wie auf unsere Gesundheit und die Öko-Steuer wieder rückgängig machen, um über steigende Kraftstoff-Umsätze wieder mehr Geld in die Kassen zu bekommen. So sind wir dann wieder beim Rauchen für Riester (Kontrollfrage: Wer war das noch mal?) und bei Rasen für die Rente.
Wem das noch nicht reicht: Die SPD hat beschlossen, das Wort "Hartz" nicht mehr zu verwenden. Es sei zu stark negativ vorbelastet. Sicher eine tolle Nachricht für Peter Hartz: Mensch, Pitter, Dein Name ist inzwischen so eine Art Schimpfwort. Hartzlichen Glückwunsch! Und irgendwie auch wieder typisch für unseren Bundesgerd. Wenn die Kundschaft mit dem Produkt nicht zufrieden ist, ist das noch lange kein Grund, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Nein, man klebt halt einfach nur ein neues Etikett drauf. So vermuten nicht wenige, dass Struck nur der neue Name von Scharping ist und unter dem Wanst von Fischers Jockel irgendwo noch der gelbe Genscher samt Pullunder versteckt ist und heimlich die Außenpolitik macht. Wie dem auch sei, am publizitären Hartz-Infarkt der Chaosbrigade aus Berlin ändert der Etikettenschwindel sicher nicht viel. Das ist eher so als ob man der Zielgruppe nun auch noch Hirnerweichung unterstellte.
Die Eierwürfe auf den Kanzler neulich in der Zone mögen ein erster Beleg dafür sein. Schade, dass die Zonis noch nicht einmal dabei vernünftig arbeiten können: Kein einziges Ei hat getroffen!

P.S. Diese Kolumne schert sich einen Dreck um die Rechtschreibreform, deren Widerruf, dessen Widerruf, die mögliche Reform der Reform etc., solange 98 Prozent der deutschen Schulabsolventen nach keiner der derzeit diskutierten Varianten mehr als ihren Namen richtig schreiben können und den Konjunktiv für eine Geschlechtskrankheit halten.

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