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Nick Igel in America - Part Six Alles auf Schwarz
Wie dumm der Amerikaner ist, lässt sich auch und besonders an seinem Spielverhalten ablesen. Während Spiele, zu deren Bewältigung ein Mindestmaß an Intelligenz benötigt wird (Schach, Skat, Stratego) in den USA noch immer unbekannt sind, bzw. wie Mau-Mau, Fang den Hut und Topfschlagen erst vor wenigen Jahren den Sprung über den großen Teich geschafft haben und bis heute nur von der Intelligentsia des elitären Neuengland gespielt werden, hat sich der Amerikaner eine seinen intellektuellen Möglichkeiten angemessene Freizeitbeschäftigung entwickelt: Die Slot-Machine.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Man bringt eine beliebige Menge Geldes in ein Casino, wechselt dieses Geld in Vierteldollarmünzen und wirft diese sodann nach und nach in einen Spielautomaten Wichtig ist, dass man dies mechanisch tut und begleitend große Mengen extrem fetthaltiger Nahrung zu sich nimmt, um möglichst schnell eine möglichst große Zahl von Jahresringen um die Hüften zuzulegen. Das zusätzliche Übergewicht ist regelmäßig auch der einzige Gewinn, der bei der Sache herauskommt, da es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben scheint, das die Spieler verpflichtet, die in seltenen Fällen einmal als Gewinn aus dem Automaten fallenden Vierteldollarmünzen sofort wieder in den Automaten hineinzuwerfen. Das Ganze ist etwa so spannend wie eine Fernsehübertragung vom Dressurreiten.
Dennoch scheint der Amerikaner süchtig nach diesem Spiel zu sein. Der einzige Bundesstaat, der es flächendeckend erlaubt, ist Nevada. Was zur Folge hat, dass schon an der Grenze zu Nevada - egal auf welcher Straße und aus welcher Richtung man einreist - gleich mehrere Casinos stehen, wo der erste Triebstau der extra zum Spielen aus allen anderen Bundesstaaten einreisenden Übergewichtigen abgebaut werden kann. Das Endziel fast aller Spieler und wahrscheinlich das größte Groschen- bzw. Quartergrab der Welt ist natürlich Las Vegas, das für die Spieler gleich 750.000 Gästebetten bereit hält.
 Nick Igel in Las Vegas Ähnlichkeiten mit führenden europäischen Hauptstädten wären rein zufälliger Natur
Ich will einmal einen typischen Besuch in einem dieser wunderbaren Orte schildern, eine Übernachtung in Indian Springs. Auf der Landkarte war Indian Springs noch in einer Schriftgröße eingetragen, die gewöhnlich Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern vorbehalten ist. Offenbar geht das aber nicht nach Einwohnerzahl, sondern nach Bruttosozialprodukt, denn Indian Springs besteht aus genau zwei Häusern. Das eine ist eine Tankstelle mit angeschlossenem Hotel, das andere ist selbstverständlich das Casino, das für das hohe Bruttosozialprodukt verantwortlich ist. Gespielt wird aber nicht nur an den Slotmachines. Auch an der Tanke kann man zocken, nämlich um den Benzinpreis. Außerdem stehen für die, die es nicht mehr bis ins Casino schaffen, im Minimarkt der Tankstelle auch gleich noch ein paar einarmige Banditen. An denen sich auch der Tankwart immer wieder mal vergnügt, der offenbar auch nach Jahren noch nicht begriffen hat, dass er das Feld stets als Verlierer verlassen wird. Vielleicht machen sich die Eingeborenen solcher Orte ja auch nicht wirklich Hoffnung, große Gewinne einzufahren, vielleicht ist die Spielerei nur etwas Religiöses und der tägliche Quarter in die Slotmachine eine Art Opfergabe an den Gott der Nevadaner?
Erstaunlich nur, dass die außerhalb gelegenen Bordelle, neben den Casinos ganz offenbar die einzigen "Gewerbe"betriebe von Nevada, noch nicht anbieten, auch um den Hurenlohn zu zocken. Soviel Bekenntnis zu den nationalen Eigenheiten dürfte man eigentlich schon erwarten. Etwa dass der Kunde auf "rot" oder auf "schwarz" setzt und - je nach dem, welche Farbe die Dessous seiner "persönlichen Nutte des Abends" haben - nur die Hälfte bezahlt, wenn er richtig gelegen hat, oder eben das Doppelte, wenn er sich getäuscht hat. Trägt die Dame gar nichts, war es eben die Zero, da gewinnt immer die Bank, bzw. in dem Fall vielleicht die Samenbank?
 Alles auf Hedgehog Nick Igel beim Roulette
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