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Wo BILD dann doch mal Recht hat
Parallelen zwischen Schröder und Cäsar in der Tat frappierend

Erste Septemberwoche:
Die belgischen Bestattungsunternehmer melden sich zu Wort: Der Sommer sei nicht heiß genug gewesen, es wären nicht genug alte Leute gestorben, nun leide das Gewerbes anKonjunkturschwäche. Lieber Belgier - so schwer kann´s doch nicht sein - arbeiten wir einfach alle weiter am Treibhauseffekt, dann wird auch wieder fleißiger gestorben! Und in der Zwischenzeit sucht einfach noch ein wenig in den Vorgärten von Dutroux und Co., da findet sich sicher noch etwas!

Oder schaut Euch bei den Polen etwas von deren Geschäftsideen ab: In Elblag, so berichtet AFP, wirbt beispielsweise ein Baumarkt damit, dass er für Einkäufe im Gesamtwert von 2.500 Euro jeweils einen Bordellbesuch springen lässt. So nach dem Motto: "Wo kriege ich Sex? Im Puff?" "Oder bei Obi!" Vielleicht auch bei Praktiker? Ich denke ja, man könnte hier mehrere Probleme auf einmal lösen. Denn nicht wenige, vor allem ältere Herrschaften erwischt beim Sex ja auch schon mal das Herzkasperle. Vielleicht könnten die Bestatter mit den Umsatzschwächen sich dem Modell einfach anschließen und sich bei Baumarktkunden über 60 Jahren als Co-Sponsor für den Puffbesuch einbringen?

Pfiffige Geschäftsideen gibt es auch in Deutschland. Dort hat Christian Koch aus Kleinhartmannsdorf - by the way: ein Ortsname wie er provinzieller und verzonter nicht sein könnte - ein Verfahren erfunden, wie man aus Katzenkadavern Benzin herstellen kann. Mit vier toten Katzen, so Koch, käme man ungefähr 100 Kilometer weit. In Zeiten steigender Ölpreise durchaus eine intelligente Idee, handelt es sich doch um einen nachwachsenden Rohstoff und war die Entsorgung überzähliger Jungkatzen im Dorfteich ökologisch schon immer eine ziemliche Sauerei. Allerdings möchte ich nicht in der Haut des Herrn Koch stecken, wenn unsere Tierschützer von diesen Plänen Wind bekommen. Da ist bis zum Mordanschlag auf den Erfinder einer solchen Technologie alles drin. Aber, belgische Bestatter, was mit Katzen geht, müsste mit Belgiern doch eigentlich auch gehen? Vielleicht sollten wir nicht nur an der Nachfrage für Eure Produkte arbeiten, sondern auch an der Reduzierung der Betriebskosten? "Feuerbestattung" schließt doch etymologisch eine letzte Ruhestatt im Explosionsmotor nicht unbedingt aus? Und die wäre nicht nur günstiger als die herkömmliche Feuerbestattung, das würden auch die Tierschützer sicher unterstützen, weil dann den armen Kätzchen nichts passiert!

Ach ja, da war doch noch etwas anderes? Wahlkampf! Die BLÖD-Zeitung führt einen Erstwählertest durch. Gar nicht irgendwie bei Herrn Raab abgekupfert. Aber immerhin erfahren wir von Sonja Wenngatz, wahrscheinlich gebürtig aus Kleinmachnow, dass die Erststimme die Stimme für die großen Parteien und die Zweitstimme die Stimme für die kleinen Parteien sei. Melanie Dreesbach, vermutlich aus einer der fünf neuen Versagerdeponien ergänzt, dass die Wahl vorgezogen worden sei, weil Helmut Kohl "glaub´ ich" das so gewollt habe. Und Katharina Sankow, vermutlich auch Beitrittsdeutsche, vertritt die interessante Auffassung, das Bundesinnenministerium werde derzeit von Herrn Trittin von den Grünen geleitet.



Zweite Septemberwoche:
Na gut, wird sich der Herr Eichel gedacht haben, wenn die Wähler dermaßen bescheuert sind, dann kann ich ja auch mal lügen, dass sich die Balken biegen. Merkt sicher keiner. Und so hieß es dann aus dem Bundesfinanzministerium, es gebe keine offizielle Liste mit Sparvorschlägen für die Zeit nach der Bundestagswahl. Vielmehr handele es sich bei den von den Medien veröffentlichten Aufstellungen um "persönliche Listen" einzelner Mitarbeiter. Das glauben wir natürlich sofort, zeichnet sich doch gerade der Bundesfinanzminister durch ein besonderes Maß an Ehrlichkeit aus und hat er ja auch 2002 vor der Bundestagswahl alle Versprechungen des Kanzlers für finanzierbar gehalten und erst nach der Wahl völlig überraschend schlechte Steuereinnahme- und Konjunkturprognosen erhalten. Da musste er natürlich korrigieren und die Steuern erhöhen statt senken. Das war aber auch nicht vorhersehbar, selbst wenn die Wirtschaftsforschungsinstitute schon vor den Wahlen so in etwa die Prognosen abgegeben hatten, zu denen das Finanzministerium erst nach der Wahl kam. Wahrscheinlich weil die dortigen Beamten zuviel Zeit mit der Erstellung persönlicher Listen verbracht hatten, anstatt die offiziellen Prognosen komplett und korrekt zu berechnen.

Überhaupt muss man sich doch fragen, was in dem Ministerium eigentlich los ist. Haben die Mitarbeiter so wenig zu tun oder so eine schlechte Arbeitseinstellung, dass sie während der Dienststunden genug Freizeit haben, um private Listen dazu zu schreiben, wie man den Staatshaushalt sanieren kann? Und was fällt denen eigentlich ein, ihre privaten Listen auf Briefkopf des Ministeriums auszudrucken? Beachtlich auch die weite Verbreitung dieses Phänomens im Finanzministerium. Man muss ja wissen, dass es im Finanzministerium für die Haushaltseinzelpläne eines jeden Bundesministeriums jeweils eine eigene Arbeitseinheit gibt. Da ist es schon bemerkenswert, dass es - rein zufällig - in jeder dieser Arbeitseinheiten jeweils mindestens einen Mitarbeiter mit persönlichen Sparlisten gibt, denn es liegen Sparvorschläge für alle Bundesministerien vor. Erstaunlich auch, dass selbst in der koordinierenden Arbeitseinheit ein Mitarbeiter vorhanden ist, der aus den vielen einzelnen persönlichen Sparlisten noch seine persönliche Gesamtsparliste für den ganzen Bundeshaushalt gefertigt hat. Mein lieber Herr Bundesfinanzminister, wenn so etwas in Ihrem Ministerium vorgeht, wenn dort also die Beamten nicht nur nicht ausgelastet sind und Zeit dafür haben, alle möglichen Privatangelegenheiten zu erledigen, sondern sogar noch dienstliche Arbeitsmaterialien für diese persönlichen Zwecke missbrauchen, haben Sie die Bude nicht mehr im Griff. Auf meiner "persönlichen Liste möglicher Sparposten" steht daher ganz oben nur einer: Hans Eichel!



Dritte Septemberwoche:
Endlich ist Wahl und endlich gibt es Hoffnung, dass die Fernsehsender anschließend endlich wieder über die wahrhaft wichtigen Dinge des Lebens berichten können - Fußball, das Jugendgericht und so. Denkste! Schon am Abend der Wahl war klar, dass die nächsten Wochen abgefilmt werden muss, wie die Sandkastentruppe in Berlin versucht, das Ergebnis so auszulegen, dass jeder gewonnen hat und jeder einen Anspruch auf die Kanzlerschaft hat. Nicht nur der Herr Schröder, der vor dem Fernsehauftritt offenbar noch ein paar Berliner Runden bestellt und geleert hatte (jetzt wissen wir endlich, warum die Sendung so heißt). Auch der Herr Westerwelle hätte doch nach der überraschenden Guidomobilmachung seiner Wählerschaft wieder als Kanzlerkandidat auftreten dürfen. Oder nicht? Dass die Frau Merkel jedenfalls nicht Kanzlerin werden wird, das hat Herr Schröder schon beschlossen. Zur Not setzt er das sicher qua Putsch durch. Mich erinnert das Theater an die Kabarettisten, von denen nicht wenige sich in ihren Kohlparodien der Neunziger darin gefielen, dem damals noch amtierenden dicken Helmut zu attestieren "selbst wenn der mal die Wahl verlieren sollte, der bleibt einfach dick und fett im Kanzleramt sitzen und sagt "isch geh nett"". Der dicke Helmut ist dann doch gegangen, sogar elegant und mit Stil. Na ja, so elegant jedenfalls, wie das einem Mann von zweieinhalb Bruttoregistertonnen eben möglich ist. Und der moderne, weltoffene Schröder, der Medienkanzler, der Stratege, der Allesaufeinkartesetzer und Immergewinner, der hat dann doch verloren - immerhin knapper als erwartet, zugegeben - und sitzt jetzt einfach da und geht nicht. Von dem hätte das eigentlich keiner gedacht.



Vierte Septemberwoche:
Auch die BLÖD-Zeitung kommentiert natürlich den Schröder-Putsch und titelt, der werdende Altkanzler betrachte sich als Kaiser Gaius Julius Schröder. Interessant, interessant - wir sollten den Vergleich mit dem römischen Caesar vielleicht etwas weiter verfolgen:

Ich schlage mal nach bei Wikipedia. Da heißt es: "Caesars Familie war nicht reich (…) und nur wenige Mitglieder der Familie hatten sich politisch hervorgetan". Stimmt zumindestens eingeschränkt - die Schröders waren immerhin sehr arm, und wer erinnert sich nicht an die rührenden Bilder, wenn der Brioni-Kanzler seiner Rentermutter bei Woolworth eine neue Kittelschürze spendiert. Aber die anderen Mitglieder der Schröder-Brut sind doch politischen schon prominent in Erscheinung getreten - man denke nur an die Kommentare des Kanalarbeiterbruders Lothar Vosseler im Unterschichten-TV und an die Kusinen mit der erfolgreichen Stasi-Karriere.

Abgesehen davon häufen sich allerdings die Parallelen. Denn bei Wikipedia heißt es weiter: "Caesar begann, wie damals üblich, (seine Karriere) als öffentlicher Ankläger." Passt fast hundertprozentig. Auch Schröder hat auf Winkeladvokat studiert.

Gleich danach wird es bei Wikipedia noch interessanter: "Viele Senatoren widersetzten sich jedoch Caesars Ambitionen, Konsul zu werden. Daher ging er mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus eine strategische Partnerschaft ein. Alle drei wollten ihren Einfluss erhöhen. Die römischen Geschichtsschreiber bezeichneten die Allianz als Erstes Triumvirat ("Dreimännerherrschaft"), der Gelehrte Varro nannte sie dagegen ein "dreiköpfiges Monster"" Wow, hundertprozentige Übereinstimmung. Wer erinnert sich nicht an die "Troika" von Schröder, Lafontaine und Scharping? Und wer würde nicht sofort unterschreiben, dass "dreiköpfiges Monster" noch eine milde Beschreibung dieses "dritten Triumvirats" wäre?

Und wieder Wikipedia: "Das Triumvirat konnte die Wahl Caesars zum Konsul durchsetzen." Passt schon wieder, nur dass es bei Gerd Schröder Kanzler und nicht Konsul heißen muss.

Es geht noch weiter. Wikipedia erklärt: "Als erster römischer Feldherr führte Caesar Militärexpeditionen in den Römern weitgehend unbekannten Regionen durch, verzichtete jedoch auf eine dauerhafte Eroberung." Noch ein Volltreffer! Schröder war der erste deutsche Kanzler, der Kriege führte - aber erobert haben wir weder den Kosovo, noch Afghanistan, ja noch nicht einmal Mallorca.

Ich will gar nicht alle Parallelen aufführen, nur darauf hinweisen, dass natürlich auch das Schrödersche Triumvirat auseinander geflogen ist, ganz wie dereinst das römische. Und dann habe ich dies noch von Wikipedia: "Bereits vor dem endgültigen Erlangen der Alleinherrschaft in Rom entfaltete Caesar eine umfangreiche Gesetzestätigkeit um das römische Staatswesen grundlegend zu reformieren." Wahrscheinlich das Vorbild für Hartz I bis IV?

Das Beste kommt aber erst, ich zitiere erneut Wikipedia: "…wurde er vom Senat zum dictator perpetuus (Diktator auf Lebenszeit), ernannt. Insbesondere dieser letzte, nicht verfassungskonforme Titel erweckte den Verdacht, dass Caesar nach der Königswürde strebe. Die Frage, ob Caesar wirklich den Titel eines Königs anstrebte oder sich mit der Diktatur begnügen wollte, beschäftigt die Historiker bis heute. Sicher ist, dass seine Stellung königsgleich war, er aber keinen Weg fand, mit Zustimmung der Römer die Monarchie einzuführen." Das kommt mir doch sehr bekannt vor - man will den Mann nicht mehr, aber er versucht, sich mit allen Tricks der Verfassung auf ewig an der Macht zu halten. Neu und etwas beängstigend ist schließlich der nächste Satz von Wikipedia: "Wie um den toten Punkt zu überwinden, mutet seine Entscheidung zu einem großen Feldzug nach Osten an." Hoppla, Zonis, aufgepasst, jetzt geht es entweder den PDS-Wählern oder zumindest den Polen an den Kragen. Aber letzteres wäre dann doch eher eine Parallele zu einem anderen Diktator, die ich hier auf keinen Fall ziehen möchte.

Ein Problem hat er nur, unser tapferer Herr Schröder, und das sollte Euch im Osten Hoffnung geben. Wikipedia erwähnt es fast verstohlen: "Nach seiner Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit fiel Cäsar einem Attentat zum Opfer." Brutus war der Übeltäter, der uneheliche Sohn des Kanzlers. Na dann schauen wir mal, wann die "Adoptivtochter" aus Russland zuschlägt und uns von der Diktatur befreit…


Bleibt eigentlich nur noch die spannende Frage nach der überflüssigen Frau des Monats. Ich mache es kurz, weil diesmal wirklich jede Begründung überflüssig wäre: Claudia Roth, die eifrigste Verwenderin des Wortes "Schwampel".

ni