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Du bist Mielke, Heino und Yvonne Catterfeld
Die ersten und letzten paar Monate mit Angela

Erste Oktoberwoche:
Respekt, liebe Großkoalitionäre - deutlicher als Ihr kann man ja wohl kaum demonstrieren, dass wir wieder wer sind, wir Deutschen. Da werden auch die letzten Schamgrenzen binnen Tages-, ja oft sogar Stundenfrist überwunden, da werden auch noch die vordergründigsten Versuche aufgegeben, die Illusion am Leben zu erhalten, irgendeiner der Großkoalitionäre interessierte sich auch nur im mindesten für das Volk, für Wahlversprechen oder auch nur für Inhalte. Nein, es wird geschlagene vier Wochen um das gerungen, was unsere Großkoalitionäre als einziges interessiert: Posten! Endlich ist offenes Machtstreben in Deutschland wieder salonfähig, das hatten wir seit 1945 nicht mehr. Na gut sicher, dass die Politik sich nach so langer Pause noch etwas ungeschickt in der Artikulation desselben anstellt und gelegentlich auch einige Stadionlängen über das Ziel hinausschießt, ist verständlich. Auch wenn man Extremfälle wie den Herrn Stiegler wahrscheinlich nur damit erklären kann, dass die Vogelgrippe nun offenbar doch auf den Menschen übergesprungen ist. Übrigens, Stiegler, nicht jeder, der immer denselben Pullunder in Parteifarbe trägt, wird auch Außenminister, erst recht wenn das Pullundertragen schon die qualifizierteste politische Äußerung des Betreffenden ist. Ach ja, und noch etwas, Stiegler, wenn der Herrgott noch einmal Glaubwürdigkeit austeilen sollte, stell Dich nicht wieder ganz hinten an!
Egal, das Wichtigste bleibt: Wir sind wieder wer! Deswegen wirft das Bundespresseamt das nicht vorhandene Geld auch gleich mit vollen Händen zum Fenster hinaus und kofinanziert die tolle Kampagne: "Du bist Deutschland!" Und überzieht das Land mit diesen herrlichen Plakaten, die uns an die Stolz rechtfertigenden historischen Leistungen des deutschen Volkes erinnern und damit unser Selbstwertgefühl in ähnlicher Weise steigern sollen, wie das die "Endorphine" bei Exkanzler Schröder schon in der Wahlnacht bewirkt hatten: "Du bis Mielke!", heißt es da, oder: "Du bist Goebbels!". Auch "Du bist Heino!" und "Du bist Yvonne Catterfeld!" fand ich sehr beflügelnd. Ich warte noch auf "Du bist Peter Hintze" und "Du bist Heidemarie-Wieczorek-Zeul!" Oder sollte man in diesem Fall aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen formulieren "Du warst Heidemarie Wieczorek-Zeul?". Liebe Politiker, wenn Ihr so weitermacht, kann ich nur sagen: "Ich werde Harald Juhnke sein!". Denn da kann ich doch nur noch den untauglichen Versuch unternehmen, gegen Euch anzusaufen.



Zweite Oktoberwoche:
Während wir noch rätseln, welche der unterzubringenden Pfeifen aus dem Kreise der Großkoalitionäre das Bundesministerium für Abtreibung und Kindesmisshandlung übernehmen soll und ob das Politikfeld Straßenstrich in das Verkehrs- oder in das Sportministerium integriert werden soll, lösen andere die Probleme, die die Welt wirklich bewegen. Zum Beispiel Gregg Miller aus den USA. Der Hundehodenprothesen entwickelt hat. Damit sich auch die kastrierten Teppichratten in den sich vereinigenden Staaten von Amerika noch als vollwertige Hunde fühlen können. 100.000 Hunde sollen in den USA schon mit solchen Prothesen ausgestattet worden sein. Dafür hat der Wissenschaftler von der Harvard Universität/Cambridge den ignoblen Nobelpreis erhalten. Dieser Preis wird für die Entwicklung überflüssiger Produkte verliehen. Wie zum Beispiel den Wecker, der sich nach jedem Drücken der Schlummertaste davon rollt und sich "versteckt", um zu verhindern, dass der Schläfer im Halbschlaf immer wieder die Schlummertaste drückt und dabei hoffnungslos verschläft. Sehr interessant ist auch der diesjährige Preisträger des ignoblen Literaturnobelpreises. Ausgezeichnet wurde jene Gruppe nigerianischer Schriftsteller, die diese e-mails schreibt, in denen wir alle immer wieder Millionen eines aus afrikanischen Staaten über die grüne Grenze zu schaffenden Vermögens in Aussicht gestellt bekommen - sofern wir erst einmal für die anfallenden Transferkosten in Vorleistung treten.

Ich hätte für das nächste Jahr gleich schon eine Nominierung vorzunehmen: Den "intelligenten Bierdeckel". Den haben zwei Münchener Studenten entwickelt. Ein Drucksensor im Bierfilz registriert, wenn das Glas nur noch maximal halbvoll ist und bestellt über einen kleinen Sender sofort Nachschub. Produktionskosten pro Bierdeckel derzeit nur 84 Euro. Wenn sich das nicht lohnt!
Schärfster Konkurrent wird dann wohl das Islam-Handy sein. Das Ding ist in Deutschland frisch auf den Markt gekommen und hat den Vorzug, den Besitzer fünfmal pro Tag mit einem speziellen Klingelton an das fällige Gebet gen Mekka zu erinnern. Ein eingebauter Kompass zeigt auch gleich die Richtung an, in der Mekka jeweils liegt. Gegen kleinen Aufpreis werden auch Korantexte und ein Ramadankalender einprogrammiert.





Dritte Oktoberwoche:
Tusch, auch der letzte Posten ist verteilt, nach nur vier Wochen können sich die Großkoalitionäre nun endlich an die inhaltlichen Fragen wagen. Man liege nahe beieinander, heißt es aus Berlin, was eher auf große Kopulation schließen lässt. Vielleicht auch, weil anders kaum noch Nachwuchs in die Parteien zu bekommen ist. Die Öffentlichkeit, soviel ist jetzt schon klar, wird in den kommenden Wochen aus dem Staunen kaum noch herauskommen, wie schnell die unterschiedlichen Parteiprogramme auf für beide Parteien tragfähige Kompromisse eingedampft werden können. Zum einen hängt da dieses unübersehbare Schild an der Tür des Verhandlungszimmers "Überzeugungen sind an der Garderobe abzugeben", zum anderen ist es ja nicht schwer, weitgehenden Stillstand bei allgemeinen Steuererhöhung zum Stopfen der wachsenden Haushaltslöcher zu vereinbaren. Wie schnell das zu neuer Armut führen kann, musste Stripperin Jasmin aus Berlin erfahren. Nach Wegfall aller steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Beschaffung neuer Arbeitsmittel, konnte sie die Kosten für eine "Runderneuerung" ihrer Oberweite nicht mehr "decken". Nun will der Schönheitschirurg, der die Operation durchgeführt hatte, die Silikonpolster pfänden lassen und sie operativ entfernen. Vielleicht werden die ja dann gebraucht billiger abgegeben.
Inzwischen wirtschaften die Niederlande offenbar so gut, dass man dort sogar neue Steuerprivilegien gewähren kann. Einer niederländischen Künstlerin wurde es nach einer Entscheidung des königlichen Steuergerichts jedenfalls gestattet, ihre Ausbildung zur Hexe von der Steuer abzusetzen. Gegenstand der Ausbildung war unter anderem das Lernen von Zaubersprüchen und Weissagungen sowie der Umgang mit magischen Kräutern gewesen. Abschluss: Hexen-Zertifikat. Das ist schon jodeldiplomesk!



Vierte Oktoberwoche:
Bleibt die Frage nach der überflüssigen Frau des Monats. Der SPD-Vorstand hätte darauf wohl eine ganz klare Antwort. Oder gleich mehrere, nachdem nicht nur die Frau Nahles, sondern auch die Frau Wieczorek-Zeul mal so richtig attestiert bekommen hat, was der Vorstand von ihr hält (Wer war eigentlich die dicke Frau, die immer neben der Nahles saß, Händchen hielt und irgendwie aussah wie eine geschminkte Mülltonne mit Toupet? Ach so, eine Europaabgeordnete - na gut, die kriegen ja höhere "Diäten", wenn es fürs politische Schwergewicht schon nicht langt, dann wenigstens fürs persönliche). Und - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der SPD - dann haben die doch glatt eine stellvertretende Parteivorsitzende mit Doppelnamen durch ein ohne Doppelnamen ersetzt. Was ist denn da los? Aber zurück zum Thema überflüssige Frau des Monats. Die Frau Nahles und die Frau Zeul hätten sich sicherlich qualifiziert, wäre es ihnen nicht gelungen, als Kollateralnutzen ihres politischen Selbstmordes auch noch den Müntefranz zu erledigen. Und der hat ja nun wirklich genervt. Tja, und schließlich darf man auch nicht vergessen, dass die ARD den SPD-Frauen eine heiße Konkurrentin ins Rennen geschickt hat. Allein schon der Umstand, dass die Frau Catterfeld nun täglich zu sehen sein wird, reicht lässig aus, jedwede SPD-Tussen in den Hintergrund zu drängen, die ohnehin in der Bedeutungslosigkeit zu versinken im Begriff sind und kaum mehr eine Aussicht auf Medienpräsenz außerhalb der Reservate von Phoenix und BR-Alpha haben. Aber machen wir es doch einfach so:

Überflüssige Frau des Monats wird Frau Catterfeld.

Ein Ehrenaward in Gold für das Lebenswerk als überflüssige Frauen geht an die SPD-Frauen.

Und zur überflüssigen Frauenkirche des Monats wird die von Bomber Harris voll auf die Zwölf getroffene und nun leider wieder hergerichtete Kirche im Zentrum von Dresden gewählt, deren wilhelminische Düsternis an sich schon jeden Wiederaufbau verboten hätte und die dank der Verwendung einiger erhaltener Mauerstücke jetzt auch noch aussieht als hätte sie Masern. Das ist schon lange nicht mehr Elbflorenz, sondern eher Elbneapel, wenn nicht Elbmolwanien.

ni