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Nick Igels Kulturtagebuch vom Dezember 2006
Neues von der SPD, Herrn Bohlen und dem Jürgen

Erste Dezemberwoche:
Die Adventszeit ist ganz traditionell die Zeit der Solidarität mit den Armen in aller Welt. Deswegen traf es sich gut, dass in diesem Dezember der Prozess von Ernst Welteke zur Verhandlung anstand. Denn den Mann hat es wirklich hart getroffen. Mit gerade einmal 8.000 Euro Pension im Monat sollte er auskommen. Nachdem er als Bundesbankpräsident bis April 2004 noch glatt das Dreifache verdient hatte. Das ist ein hartes Schicksal. Und so klagt der schicksalsgeprüfte Mann denn auch: "Jeder weiß, dass man mit 33 Prozent seines Gehalts seinen bisherigen Lebensstandard nicht aufrecht erhalten kann."

Nun könnten Deutschlands Rentner auf die Idee kommen, mal kritisch zu fragen, wer denn eigentlich gesagt hat, dass man im Ruhestand seinen Lebensstandard halten könne. Das ist angesichts des gegenüber dem früheren Gehalt regelmäßig deutlich niedrigeren Rentenniveaus sowie der Rentennullrunden der letzten Jahre und der ab 2007 geltenden höheren Bemessungsgrundlage für die Rentenbesteuerung ja keineswegs bei allen deutschen Ruheständlern garantiert. Auch könnte man fragen, ob der Herr Welteke denn mit 8.000 Euro nicht eigentlich auch ganz gut hinkommen müsste - ist ja schließlich eine Pension schon ein wenig oberhalb des Durchschnitts.

Nun muss man aber wissen, der Herr Welteke ist Sozialdemokrat. Und jeder weiß ja, dass bei sozialdemokratischen Amtsträgern das Gehalt nur ein kleines Zubrot ist. Denn während seiner Amtszeit hat der Herr Welteke noch viele andere Annehmlichkeiten finanziert bekommen, mal eine Party mit der Familie im Adlon, mal ein Formeleinswochenende der Luxusklasse in Monaco. Natürlich haben die Unternehmen, die das bezahlt haben, sich damit vom Amtsträger Welteke keine Gegenleistungen erkaufen wollen, sondern aus Freundschaft zum Menschen Welteke gehandelt. Seit der Mensch Welteke aber kein Amtsträger mehr ist, ist nur leider rein zufälligerweise auch die Freundschaft erkaltet. Und nun muss der Mann auch das Adlon und Monte Carlo aus eigener Tasche finanzieren. Das schlägt natürlich ins Kontor. Dabei sind da die Besuche bei Edelnutten noch gar nicht eingerechnet. Und der Nobelpuff gehört bei sozialdemokratischen Politikern - siehe das Beispiel Uhl - ja offenbar auch zum Lebensgefühl.

Insofern wundert es nicht, wenn der Ex-Banker jetzt nicht bundesbange aus seiner Welteke um die geistige Südkurve kommt und vor Gericht zieht - faktisch ist der doch ein Sozialfall. Das haben auch die Richter eingesehen. Die haben ihm tatsächlich noch zusätzliche Pensionsansprüche in Höhe von monatlich 5.000 Euro bescheinigt, so dass er jetzt 13.000 Euro pro Monat zur Verfügung hat. Noch immer ziemlich kümmerlich aber doch schon ein Fortschritt. Das Beispiel macht natürlich sofort Schule. Auch der Herr Eichel will nun vor Gericht ziehen und eine höhere Pension einklagen.

Dass nun gerade diese Typen auch noch auf mehr Geld vom Staat und damit von uns allen klagen - der eine unter Korruptionsverdacht mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt, der andere jahrelang als Sparhans unterwegs, der uns das engere Schnallen des Gürtels predigte - das ist schon richtig widerlich. Ehrenigel in Quadrupelplatin für Dummdreistigkeit. Wahrscheinlich wird der Herr Uhl dann als nächster vor Gericht ziehen. Sobald er wieder aus dem Knast raus ist.

Zum Herrn Uhl dann doch noch ein Wort. Dem wackeren SPD-Mann schreibt der Staatsanwalt ins Stammbuch, er habe "im Zusammenhang mit der Teilnahme an dienstfremden Veranstaltungen in Seoul und Barcelona auch Leistungen von Prostituierten in Anspruch genommen, die Kollege Gebauer bei VW als dienstlich veranlasste Kosten abgerechnet hat". Drei weitere Fälle werden nicht mehr verfolgt, die sind verjährt. Meistens war übrigens auch noch der Kollege Hartz dabei - noch so einer, der besser darin ist, bei anderen zu sparen als bei sich selbst. Das ist beim Uhl anders, der hat sich im Parlament immer für Mitbestimmung und Solidarität mit dem kleinen Mann ausgesprochen. Und deswegen auch im Dienste der Nächstenliebe seinen Mann gestanden. National und international. Manchmal denke ich, dass der Irak mit dem Festhalten an der Todesstrafe für bestimmte Formen der Kriminalität doch recht fortschrittlich ist.


Zweite Dezemberwoche:
Bin ich froh, dass bei der SPD wenigstens noch der Parteivorsitzende auf Zucht und Ordnung achtet. Blafft Kurt, der Problembär doch in adventlicher Stimmung auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt einen Arbeitslosen an, er solle sich gefälligst waschen und rasieren, dann bekäme er auch einen Job. Klar, ehe sich die Politik selbst für die Massenarbeitslosigkeit verantwortlich machen lässt, wirft sie den Betroffenen lieber mangelnde Körperhygiene vor. Zumal der Herr Beck ja aus eigener Erfahrung weiß, dass man als nicht immer frisch gebadeter Bärtiger auf einen richtigen Job keine Chance hat. Mit etwas Glück reicht es aber - auch das kann man an Herrn Beck sehen - noch zu einem recht hübsch dotierten Politikerposten. Sollte der Mann sich allerdings bei der nächsten Bundestagswahl für den Kanzlerjob bewerben, na Angie, dann sagst du ihm halt einfach, er solle sich erst einmal waschen und rasieren.

Wo wir gerade vom intellektuellen Tempolimit sprechen. Auch der Herr Bohlen hat sich wieder einmal etwas einfallen lassen, um in die Zeitung zu kommen. Schon zum zweiten Mal ist seine Hütte in Tötensen ausgeplündert worden. Ist doch lustig - im Dezember 2003 war bei den Bohlens schon einmal eingebrochen worden. Unter anderem erbeuteten die Täter damals an die 100.000 Euro in bar. Im Dezember 2006 dann dasselbe Spiel, mit dem Unterschied, dass Ditze Bohlen selbst zuhause war und "nur" 60.000 Euro Bargeld zur Hand hatte, das sind immerhin mehr als vier Welteke-Monatsrenten. Wobei sich mir doch die Frage stellt, wieso einer, dem schon einmal ein Haufen Kohle aus dem Haus gestohlen worden ist, noch immer so große Summen zuhause aufbewahrt. Ditze meinte dazu, Weihnachten habe ja schließlich vor der Tür gestanden, "Geschenke und so". Vielleicht sollte ihm mal einer erklären, wie eine Kreditkarte funktioniert? Eine deutlichere Einladung an Nachahmungstäter kann es jedenfalls kaum geben - egal wie oft man den Typ ausraubt, der schafft immer wieder neues Bargeld für den nächsten Überfall ran.


Dritte Dezemberwoche:
Im Sommer 2006, die Älteren werden sich erinnern, hat die Bundesregierung in Genshagen den Beschluss gefasst, zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit des Landes zusätzlich 6 Milliarden Euro in Forschungsprogramme zu investieren. Mein Vorschlag wäre ja, im Rahmen dieses Pakets zumindest einen Forschungsauftrag zu vergeben, um endlich einmal zu ermitteln, wofür eigentlich die Zonis noch zu gebrauchen sind. Einen gewissen Verdacht habe ich ja, der ausgerechnet durch die BLÖD-Zeitung wieder einmal erhärtet wurde. Die ließ nämlich in diesem Monat das Seite 1-Mädchen des Jahres wählen. Vierzig Frauen waren zur Wahl gestellt. Nein, ich sollte besser sagen " zur Wahl ausgestellt", denn die mussten sich natürlich alle obenrum freimachen, also jetzt nicht nur im Kopf, sondern auch noch die Titten. Gut die Hälfte der vierzig Kandidatinen stammten aus der Zone. Dieser überproportional hohe Anteil von Zonis beweist, dass die Ostfrauen bei rein utilitaristischer Betrachtung vor allem als Wichsvorlage Verwendung finden können. Oder geht es sogar noch eine Stufe höher und sind sie auch im Puff brauchbar? Vielleicht fragen wir mal ein paar Experten dazu, etwa den Negerkalle oder die VW-Betriebsräte!

Allerdings betrifft das alles nur die Ostfrauen. Für die Männer aus dem Beitrittsgebiet, sehe ich allenfalls noch Binnenverwendungsmöglichkeiten in der Zone. Denn wenn man sieht, was beispielsweise Achim Menzel und seine "Künstler" beim MDR-"Musikantenkaiser" abliefern, mein lieber Mann, da weiß man, die Typen können sich rasieren bis sie auf den Kieferknochen durch sind und sich Waschen bis die Elbe austrocknet, die kriegen im Westen keinen Job. Ich habe es an dieser Stelle ja schon mehrfach beklagt, die Sachsen leben noch immer in den fünfziger Jahren. Und niemand beweist das besser als Achim:

Diese Moderationen - wie Achim es fertig bringt, sich selbst in auswendig gelernten Texten von ISO-zertifizierter Pointenfreiheit noch zu verhaspeln, ist ebenso rätselhaft wie der Umstand, dass das Publikum im Saal über die Un-Pointen auch noch lacht. Das würde jedem Schülertheater Ehre machen!

Diese Optik - Achim sieht aus wie eine Kreuzung zwischen einem frisch frittierten Meerschweinchen mit Backenzahnvereiterung und einem Scheidenpilz mit Mumps.

Diese Intonation - bei Achim klingt "Grand Prix der Volksmusik" immer ein wenig wie "krank Prix", womit der Mann den Nagel mittig auf den Kopf getroffen haben dürfte, wenn auch eher unabsichtlich.

Mensch, wenn der dicke Helmut das noch hätte erleben müssen, er hätte wohl wegen der Wiedervereinigung doch noch ein schlechtes Gewissen bekommen. Zumal der Achim einer der wenigen Ossis ist, die ihre Republikflucht freiwillig abgebrochen haben. 1973 hatte er zu uns rübergemacht, 1974 war er schon wieder retour in der Zone. Er fühlte sich bei uns künstlerisch nicht verstanden. Eines verstehe ich dann allerdings nicht - warum man den guten Achim jetzt schon in den Ruhestand schickt, im besten Musikantenalter von gerade einmal 61 Jahren. Den Mann hat acht Kinder von fünf Frauen durchzufüttern. Der steht bald neben dem Welteke vor Gericht. Dann lasst ihn doch einfach weitermoderieren, unter Ausschluss der westlichen Öffentlichkeit, wie bisher. Nach dem Motto "Opi für das Volk".

Tja und dann war da noch ein Zoni, der es einfach nicht auf die Reihe bekommen hat: Tobias Gutt aus Brandenburg. Der wollte seine Freundin in Sydney besuchen, buchte aber einen Flug nach Sidney. Das gibt's auch, nur leider nicht in Australien, sondern in Montana/USA. Tobi merkte das allerdings erst als er nach dreimaligem Fliegerwechsel vor Ort ankam. Auch der Hinweis "Sidney/USA" auf dem Flugticket hatte ihn nicht stutzig gemacht. So musste seine Familie für ihn sammeln gehen, um das neue Ticket von den USA nach Australien zu finanzieren. Fazit: Am besten bewahrt man die Ossis in der Zone auf, draußen funktioniert es einfach nicht - die einen kommen nach kürzester Zeit freiwillig zurück, die anderen verlaufen sich. Irgendwie kommt es mir so vor, als sei der Schäferhund dem Ostdeutschen dann doch in vieler Beziehung überlegen. Jedenfalls der westdeutsche Schäferhund, um das mal klarzustellen.


Vierte Dezemberwoche:
Bleibt noch die Wahl zur überflüssigen Frau des Monats. Hier muss ich ein wenig weiter ausholen und zunächst die Herrschaften kritisieren, die bei der Wahl der "100 nervigsten Deutschen 2006" Bill Kaulitz von Tokio Hotel auf Platz 1 gewählt haben. Bill Kaulitz ist viel zu lächerlich als dass er nerven könnte. Wer richtig nervt, das ist Jürgen. Big Brother Jürgen meine ich natürlich. Der früher im Container gehalten wurde und heute tief in der Nacht auf 9 live Buchstaben verkloppt. Dieter Nuhr meint, Jürgen sei hirntot. Ich halte das für untertrieben. Mal ganz davon abgesehen, dass es um ein Volk nicht gut bestellt ist, dass sich im Internet an der Hinrichtung von Saddam freut und Big Brother Jürgen leben lässt. Oder Claudia Roth, wenn wir schon dabei sind. Aber das ist ein anderes Thema. Ich frage mich auch, wie lange ich hier noch die sittenwidrigen Methoden der Call-in-Nutten und ihrer männlichen Spießgesellen wie Big Brother Jürgen anprangern muss, ehe die Deutschen endlich aufhören, bei DSF, 9 live und anderen Betrügersendern anzurufen. Im Dezember waren wieder tolle Komposita gesucht, zu Fußball waren der Fußballengel, der Fußballteufel und der Fußballprophet gefragt. Ja, das ist noch abseitiger als sonst, aber da hatte doch ein paar Tage vorher einer, der schon von sich aus einen bewusst fern liegenden Begriff angeboten hatte, 11.000 Euro abgeräumt. Mit der Folge, dass die Komposita nun noch absurder werden. Denn das kann ja nicht angehen, dass bei dem Quiz wirklich einer etwas gewinnt und auf eine der "leichten Lösungen" kommt. Ach ja, und Automarken wurden noch gesucht. FAW, FSN, Itala, Puma und Humber. Hätte man doch drauf kommen können. Fährt doch jeder Zweite.

Zurück zur überflüssigen Frau des Monats - das wäre im Dezember 2006: Bill Kaulitz. Eine Begründung erübrigt sich wie so oft.

P.S. Die BLÖD-Zeitungs-Wahl zum Seite 1-Mädchen des Jahres hat übrigens Doreen aus Thüringen gewonnen. Da sie zumindest noch als Wichsvorlage brauchbar ist (was bei Bill Kaulitz definitiv nicht der Fall ist), ist sie nur zweitüberflüssigste Frau des Dezembers.

P.P.S. Wir weisen empfehlend hin auf dieses

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