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Das Kulturtagebuch Pendlerpauschale jetzt auch für Spiritisten
Erste Juni-Woche:
"Pendlerpauschale jetzt auch für Spiritisten". Das fordert die CSU, die im Angesicht des drohenden Machtverlustes mittlerweile schon fast panisch reagiert. Dabei gibt es eigentlich gar keinen Anlass zur Verunsicherung. Gut, sicher, die beiden trotteligen Opas auf dem Ministerpräsidententhron und dem Parteivorsitz ziehen sicher keinen Chiemseefisch vom Teller. Erwin Huber kann ja kaum noch ohne Gehhilfe in die Bierzelte einmarschieren - und auch das nur, wenn ihm der bayerische Defibrilliermarsch geblasen wird. Aber sind wir doch mal ehrlich, bei den anderen Parteien sieht es doch kaum besser aus. Die Roten haben den Beck zum Gärtner gemacht, der Vorsitzende der Gelben leidet noch immer unter der Guidomobilmachung aus dem Wahlkampf 2002 und die Knallroten können - das berichtet die Stasi-Unterlagenbeauftragte - nicht zwischen Spitzenpolitiker und Spitzelpolitiker unterschieden. Nur die Grünen, hey, bei denen hat man demnächst sogar die Wahl zwischen Herrn Ratzmann und Herrn Özdemir. Ganz basisdemagogisch gehen die beiden in ihren parteiinternen Wahlkampf - und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass es bei dieser Krampfkandidatur nur eine Wahl zwischen Scylla und Charybdis gibt. Zumal das Ganze ja noch nicht einmal dazu dient, die unerträgliche Claudia Roth zu ersetzen, sondern ein Nachfolger für Herrn Bütikofer gesucht wird. Wie auch immer es ausgeht, die Grünen werden am Ende zwischen Roth und Elend stehen.
Zweite Juni-Woche:
Nach jahrelanger Annäherung sind die Nordkoreaner und die Südkoreaner in diesem Monat wieder auf Distanz gegangen. Das Säbelrasseln nimmt zu. Von einer möglichen Wiedervereinigung ist keine Rede mehr. Für mich wird da ein neuer internationaler Trend zur Teilung erkennbar. Denn nachdem gerade erst die Kosovaren und die Montenegriner eigene Staaten aufgemacht haben und die srilankischen Tamilen auf ähnlich gutem Wege sind, denken nun auch die Belgier immer lauter über eine Aufspaltung ihres Landes nach. Gründe gibt es genug: Die Flamen finden die Wallonen unerträglich. Eine Meinung, die der Rest der Welt ohne Weiteres nachvollziehen kann. Und die Wallonen hassen die Flamen aus tiefstem Herzen. Auch das wird die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung sofort nachfühlen können. Insgesamt hat Belgien gute Chancen, bei den Vereinten Nationen Seriensieger in der Kategorie überflüssiges Land des Monats zu werden. Gäbe es zwei belgische Staaten, könnten die sich wenigstens abwechseln. Die Frage ist nur, ob sich aus alledem denn so gar nichts lernen lässt? Wie lange kann Deutschland noch gegen den internationalen Trend schwimmen und auf eine Wiederteilung verzichten? Es gäbe doch nur Vorteile: Mehr Plätze im Europacup, mehr Starter bei Olympia, weniger Soli und weniger Stasi! Nicht zuletzt könnten sowohl Ratzmann als auch Özdemir Parteivorsitzende werden, der eine im Westen und der andere im Osten. Überhaupt sitzen ja die ganze Bundesregierung und das gesamte Parlament in Berlin, das heißt im Osten. Die könnten wir gleich dort lassen und im Westen einen echten Neuanfang versuchen. Nur den Beck und seinen Stein müssten wir schnell noch mit in den Osten abschieben.
Dritte Juni-Woche:
Übrigens: Ob sich eine neue sowjetische Besatzungs"zone" hinkriegen lässt, erscheint mehr als fraglich. Aber an Gazprom könnten wir den Osten doch verticken? Die könnten dann auch gleich die deutschen Kernkraftwerke übernehmen und aus den weitgehend entvölkerten Landstrichen des Ostens eine Atommülldeponie machen. So würden die Jammerossis endlich mal strahlen. Längere Laufzeiten der Kraftwerke wären weltweit kein Problem mehr. Auch die Oberpfalz und Teile von Nordhessen erscheinen eigentlich verzichtbar. Dort könnte man ja sonstigen Giftmüll abladen. Wie aus Afrika verlautet, wollen die Nigerianer und Elfenbeinküstler unseren Dreck künftig nicht mehr einfach so einlagern…
Vierte Juni-Woche:
Bleibt die Frage nach der überflüssigen Frau des Monats. Da muss im Juni einfach mal eine Grundsatzentscheidung getroffen und Carla Bruni berücksichtigt werden. Es gab zwar - das konnte man auf dem kürzlich versteigerten Foto sehr gut erkennen - mindestens zwei gute Gründe, die Dame zur französischen First Lady zu machen. Auch mit der Rückseite der Première Dame setzen sich die französischen Medien fast wissenschaftlich auseinander. Kein Wunder, heißt doch eine der renommiertesten Universitäten des Landes tatsächlich "Sciences Po". Dennoch wird es höchste Zeit, dass sich die Medien wieder von der Po-Kritik zur Politik wenden. Denn anders als die nichtsnutzigen Adelsparasiten der verschiedenen europäischen Operettenmonarchien, hat der französische Präsident weitreichende Machtbefugnisse. Und wer weiß, was das Duracellhäschen Sarkozy alles heimlich anstellt, während die Medien sich auf seine Brunhilde konzentrieren.
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