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Azteken, Olmeken, Hypotheken
Nick Igel in Mexiko - Teil 2

Wie dem auch sei, die mexikanische Küche erfreut sich größter Beliebtheit. Und die guten Kunden der mexikanischen Köche erfreuen sich größter Beleibtheit. Nicht umsonst ist Mexiko bevorzugtes Urlaubsziel der US-Amerikaner. Ich habe anhand meiner Feldstudien auf dem nordamerikanischen Halbkontinent eine Theorie entwickelt: Die amerikanische Frau von 45 Jahren wiegt entweder 45 Kilo oder 145 Kilo oder 245 Kilo. Irgendwann, so mit 20 Jahren etwa, wird da eine Leitentscheidung getroffen, welcher der Kategorien die jeweilige Frau später einmal anzugehören wünscht. Und je nach Präferenz wird dann auf Fitness oder Fatness gesetzt und das ganze Leben diesem Ziel untergeordnet. Mit 45 wird das Zielgewicht erreicht, dieser Sockel dann meist bis mindestens zum Erreichen des Renteneintrittsalters gehalten. Gut, no man is an island. Aber wer einmal einen Schwarm Amerikanerinnen aus der 245er-Klasse im Atlantik vor Yucatan hat treiben sehen, weiß: Some women are! Gegen manche dieser Burgerpanzer wirken ganze Pazifikstaaten wie Tuvalu eher schmächtig. Bei den meisten sind Details wie Eheringe schon derart überwachsen, dass sie in die körpereigene Substanz übergangen sind. Bei einigen auch größere Gegenstände wie Toilettensitze, Liegestühle oder gar ganze Smarts. Genaueres kann der Gerichtsmediziner erst nach der Autopsie sagen.

Aber eigentlich wollte ich mich ja nach mit den Amis beschäftigen, sondern mit den mexikanischen Stämmen und den präspanischen Kulturen. Da gab es Azteken, Mixteken, Zapoteken. Nur die Hypotheken, die sind irgendwann in die USA ausgewandert, wo sie sich noch bis in unsere Zeit halten konnten, unlängst aber durch die Hypothekenkrise in Verruf geraten sind. Das hat Auswirkungen auch auf die mexikanischen Bruderstämme:


Nach Absturz in der Hypothekenkrise - Mixteken stürzen sich solidarisch vom Baum


Und damit sind wir auch schon mitten in der mexikanischen Historie. Ich will das mal halbwegs chronologisch abarbeiten. Den Anfang machten irgendwann die schon erwähnten Azteken. Die bauten sich zu Ehren ihrer Götter ein Pyramidchen, warteten 52 Jahre und überbauten das Pyramidchen mit einer größeren Pyramide. Und nach weiteren 52 Jahren wurde wieder ausgebaut. Allerdings mit reichlich Pfusch am Bau. Während die Ägypter mühsam Stein auf Stein häufelten, haben die Azteken zwischen die Steinschichten immer wieder auch Lehm und Erde gefüllt. In der Hoffnung, dass die Götter so genau nicht hinschauen würden. So kamen dann irgendwann ganz stattliche Gebäude zusammen.


Sonnenpyramide in Teotihuacan


Die Olmeken machten es sich noch einfacher. Sie schleppten keine Pyramiden zusammen, sondern bearbeiteten die Steine gleich dort, wo sie sie vorfanden. Und meißelten Porträts ihrer Götter hinein. Irgendwie machten sich die Olmeken da einfach keinen Kopf. Oder gerade doch?


Mit Pyramiden nichts am Hut: Die Olmeken


Bleiben die Mayas. Bienenfleißig (vgl. auch Waldemar Bonsels, die Biene Maya, 1912) und ganz ohne Pfusch am Bau stellten sie massivsteinerne Pyramiden auf die Yucatan-Halbinsel.


Nick Igel bei den Mayas in Chichen Itza



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