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Kohl, Mayer-Vorfelder oder ...
Deutschland sucht den Superpapst

Nach 25 Jahren ist es endlich wieder so weit, im Vatikan werden die heiligen Stühle gerückt und während Herr Wojtyla nach dem Prinzip Asche zu Asche, Staub zu Feinstaub in der Gruft des Petersdoms vor sich hin kompostiert, stellen sich alle die spannende Frage, wer denn nun der Nachfolger des Polenpauls werden soll.

Gerüchte gibt es jede Menge, darunter auch jenes, dass ein Deutscher in der engeren Wahl sein soll. Nicht richtig ist jedoch, dass es sich um Kardinal Ratzinger handele. Vielmehr sind eine ganze Reihe von anderen Herren im Gespräch. Zunächst hatte die Bundesregierung reflexartig Cajo Koch-Weser vorgeschlagen. Der wird ja immer genannt, wenn es irgendwo einen Posten zu besetzen gibt. Nachdem der Mann aber schon als Bundesbank-Präsident, als Chef des Internationalen Währungsfonds, als Präsident der Europäischen Zentralbank, als Manager von Borussia Dortmund und als Generaldirektor der Trinkhalle am Krefelder Hauptbahnhof gehandelt und jeweils nach dem Wiegen für zu leicht befunden worden ist, dürfte er auch in Rom keine Chancen haben.

Als Geheimfavorit gilt derzeit der frühere Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl. Dr. Kohl habe dem Konklave per Einschreiben nicht nur zugesagt, die erforderlichen Spenden zu sammeln, um die Vatikanbank aus ihrer derzeitigen Schieflage zu befreien, der Altkanzler habe auch versprochen, die Wiedervereinigung von katholischer und evangelischer Kirche durchzusetzen, ließen einige Mitglieder des Kardinalkollegiums am Wochenende verlauten.


Nick Igel berichtet direkt aus Rom

Dagegen plant der deutsche Fußballbund, seinen Noch-Präsidenten Mayer-Vorfelder nach Rom wegzuloben. Die Sprechweise und Sprechgeschwindigkeit Vorfelders sei jedenfalls spätestens nach der dritten Flasche Trollinger sehr stark jener des verblichenen Papstes im Endstadium seiner Krankheit vergleichbar, so dass Kontinuität gewährleistet sei, hieß es zur Begründung aus der DFB-Zentrale. Zudem verfüge Mayer-Vorfelder über das erforderliche Sendungsbewusstsein, das sichere Wissen um die eigene Unentbehrlichkeit, ein hohes Maß an Teamfähigkeit und einen gesunden Durst auf Messwein.

Überraschend hat nun auch noch Altbundesteamchef Franz Beckenbauer seine Kandidatur angemeldet. Streng nach dem Prinzip "ja is´ den heut´ schon Weihnachten" werde er im Konklave gleichsam als Libero die Räume eng machen und aus der Tiefe des Raumes über den linken Flügel des Altartryptichons der sixtinischen Kapelle kommen. Und bisher, ja bisher hat der Franzl doch noch alles durchgezogen, was er einmal angefangen hat, oder?

Allerdings, Kardinäle, wenn Ihr Euch noch sechs Wochen Zeit lasst, dann wäre auch der Herr Steinbrück frei ...

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