Schon wieder die Engländer!

"Feindliche Übernahme" von Vodafone


Vor drei Jahren schafften es die Engländer, einer erfolgreichen deutschen Autofirma ihren grössten Pleitebetrieb ( "ROVER" ) unterzujubeln, um ihn mit deutschem Gld sanieren zu lassen. Vor wenigen Monaten verführten sie dann den deutschen Bundeskanzler dazu, ein umstrittenes politisches Programm ( "Der dritte Weg") zu unterschreiben und in der letzten Woche versuchten sie, durch die Drohung, Anwälte und Gerichte einzuschalten, die deutschen Verbraucher zu zwingen, ihr verseuchtes Rindfleisch ohne jede Kennzeichnung zu importieren.
Jetzt leiteten die Engländer einen neuen Coup in die Wege : die "feindliche Übernahme" des erfolgreichen deutschen Mannesmann-Konzerns durch eine englische Firma, die Handsprechgeräte vertreibt. Zweck der Veranstaltung: Umleitung der Mannesmann-Gewinne nach England und Vernichtung von Arbeitsplätzen in Deutschland. Seit Tagen tobt nun die gewaltigste Übernahmeschlacht der Geschichte um das Killerangebot von Vodafone. Nachdem sich zahlreiche deutsche Politiker, unter ihnen auch Gerhard Schröder, für den Verbleib von Mannesmann in deutschen Händen ausgesprochen hatte, warf ausgerechnet die traditionell deutschfeindliche englische Presse, die jedes auf der Welt auftretende Problem den "Krauts" in die Schuhe schiebt, dem Bundeskanzler "Fremdenfeindlichkeit" vor.
Wie HEISS&FETTIG erfuhr, bereiten die Engländer bereits den nächsten Schlag gegen das europäische Festland vor: franzöische Weine sollen nur noch dann nach England importiert werden dürfen, wenn Camilla Parker-Bowles auf dem 100-Euro-Schein plaziert wird.

hs

Die Frage der Woche ( 13. - 20.11.99 )

Soll Erich Krenz begnadigt werden?

Unsere letzten drei Umfragen waren herbe Enttäuschungen. Die Zahl der Einsendungen erreichte in keinem Fall das statistisch signifikante Kovarianzniveau, so dass die Umfragen praktisch nicht ausgewertet werden konnten.
Dieses Mal jedoch sind wir wesentlich optimistischer, haben wir doch eine Frage vorbereitet, der sich in Deutschland niemand entziehen kann. Diese Frage lautet:

Soll Erich Krenz - wie von mehreren Politikern vorgeschlagen - begnadigt werden?



Keinesfalls!  
Abbrummen soll der bis zum letzten Tag!  
Nö!  
Kommt nicht in die Tüte!  
Heisst der nicht Egon?  


463 Leserinnen und Leser beteiligten sich an dieser Umfrage. 450 Leserinnen und Leser antworteten: "Abbrummen soll der bis zum letzten Tag!". Nur drei Leserinnen und Leser antworten: "Nö!" Fünf Leserinen und Leser kreuzten sämtliche Antworten an. 275 Leserinnen und Leser machten darauf aufmerksam, dass es sich bei der betreffenden Person nicht um "Erich" Krenz, sondern um "Egon" Krenz handelt.
Die Umfrage zeigt also einerseits ein eindeutiges Meinungsbild bei den Leserinnen und Leser von HEISS&FETTIG, und andererseits, dass die Leserinnen und Leser von HEISS&FETTIG - wie nicht anders zu erwarten war - politisch hervorragend informiert sind.

Wir danken allen Einsendern und Einsenderinnen auf das Herzlichste!

hs

Studie entdeckt sensationellen Artikel des Einigungsvertrages

Steht die Wiederteilung Deutschlands unmittelbar bevor?


Der Berliner Redaktion von HEISS&FETTIG ist es über ihre traditionell engen Kontakte zur Bundesregierung gelungen, sich weltexklusiv in den Besitz eines Dokuments zu bringen, das geeignet sein könnte, die Bundesrepublik in ihren Grundfesten zu erschüttern. Um unseren Gewährsmann nicht zu gefährden, können wir noch nicht alle Einzelheiten offen legen, jedoch gebietet es die journalistische Aufklärungspflicht, hier wenigstens die Grundzüge der sich anbahnenden Situation der staunenden Öffentlichkeit aufzuzeigen. Nach dem uns vorliegenden Papier - einer systematischen Auswertung des Einigungsvertrages durch die renommierte West-Berliner Anwaltskanzlei Mitgehangen, Mitgefangen und Söhne - enthält das vor knapp zehn Jahren durch Wolfgang Schäuble und Günter Krause entworfene komplizierte Regelwerk "im klein Gedruckten" eine Passage, die die deutsche Wiederteilung auf unbürokratische und für fast alle Seiten befriedigende Weise möglich macht. Sozius Werner F. Mitgefangen erklärte uns dazu in einer ersten Stellungnahme: "Es handelt sich um den kaum bekannten Artikel 129. Der ist bisher gar nicht recht aufgefallen, weil sich ja eh keiner die Mühe gemacht hat, den ellenlangen Vertrag ganz durchzulesen." Die Vorschrift, die wir hier wörtlich zitieren wollen, lautet in ihrem Absatz eins: "Wenn zehn Jahre nach der Unterzeichnung dieses Vertrages eine der beiden Vertragsparteien den Vertrag aufheben und die Einigung rückgängig machen möchte, kann sie dies durch Hinterlegung einer eidesstattlichen Versicherung beim Bundespräsidenten erreichen." Nach HEISS&FETTIG Informationen beabsichtigten der zuletzt vom Westen nicht sehr freundlich behandelte Egon Krenz und Lothar de Maiziere als Letzte demokratisch gewählte Staatsoberhäupter der DDR so bald als möglich für die DDR ein entsprechendes Papier aufzusetzen. Altbundeskanzler Helmut Kohl als Letzter demokratisch gewählter Vertreter der alten Bundesrepublik war zunächst noch nicht zu einer Äußerung über seine weitere Vorgehensweise bereit, verließ unsere Redaktion jedoch kichernd und murmelte deutlich hörbar: "Zehn Jahre sind genug. Ich hab ja immer gesagt, dass der Wolfgang Schäuble mit dem Einigungsvertrag einen prima Job gemacht hat!" Und sind wir ehrlich - die Wiederteilung hätte viele gute Seiten. Die Arbeitslosigkeit wäre auf einen Schlag beseitigt, da man alle verfügbaren Kräfte zum Neubau der Mauer benötigte. Die deutsche Selbstschussanlagen-Industrie erführe einen nie geahnten Aufschwung. Und die Sparpakete das Bundesfinanzministers wären allenfalls noch Sparpäckchen, fielen erst die Leistungen für den Aufbau Ost aus dem Bundeshaushalt. Die Päckchen könnten wir dann sogar nach alter Tradition in den Osten schicken, wäre da nicht Absatz 2 der oben genannten Vorschrift. Denn dessen Umsetzung dürfte problematisch werden: "Etwaige Transfer- oder Aufbauleistungen des Westens in das Beitrittsgebiet sind für den Fall der Wiederteilung, verzinslich mit einem Satz von 5,5% per annum, unverzüglich an die alte Bundesrepublik zu erstatten." Und da sind zwischen 1990 und 1999 immerhin rund 100.000 DM pro Ostbürger zusammengekommen, viel mehr als die Ostdeutschen heute zurückzahlen könnten. Aber Schäuble und Krause wären nicht Schäuble und Krause, hätten sie nicht auch den nun eingetretenen Fall der weit gehenden Zahlungsunfähigkeit der ehemaligen Brüder und Schwestern in der Ostzone vorhergesehen. So bestimmt Absatz 3 in weiser Voraussicht: "Sollte eine Erstattung in Bar- oder Buchgeld nicht möglich sein, ist ein Ersatz durch Realleistungen (Arbeit) vorzunehmen." Aus dem Bundesinnenministerium war dazu zu hören, dass viele Ostbürger sich zwar an den Vorgang echten Arbeitens erst einmal würden gewöhnen müssen, man jedoch man über geeignete Zwangsmittel verfüge, die Ansprüche der Bundesrepublik auf jeden Fall durchzusetzen.

ni

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