Rabattgesetz außer Kraft gesetzt
Klopft Gore auf den Bush?
Zur Lage der österreichischen Nation
Deutschland ein Indermärchen



Kabinettstückchen

Rabattgesetz außer Kraft gesetzt

Die Erde trudelt unaufhaltsam auf ihr Verderben zu. Während der Regenwald auf der Intensivstation liegt, der Klimakollaps sich mit dem Verkehrsinfarkt ein spannendes Match um den Untergang der Zivilisation liefert, meldet Radio Rimini, dass in diesem Jahr der Algenteppich erstmals "trägt". Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche, AIDS und der gute alte Tuberkel-Bazillus kämpfen wacker gegen die Überbevölkerung, ebenso übrigens wie der Mazedonier, der den Albaner als Wurzel allen Übels ausgemacht hat und der Israelit, der in Ermangelung von Albanern die Palästinenser als Schuldige für Krieg, Fußpilz, Geschirrtuchknappheit und die schlechten Leistungen der Fußballnationalmannschaft erkannt hat. Herr Bush bastelt derweil am Raketenschild und Herr Putin bringt die Russenmafia als AG mit erstaunlichem Erfolg an die Börse. Nur ein kleines Häuflein Unbeugsamer versucht in diesen Turbulenzen noch, der Globalisierung ein humanes Gesicht zu geben: Die deutsche Bundesregierung, der mit der Abschaffung des Rabattgesetzes und dem - im Bundesrat in unverantwortlicher Weise gekippten - Beschluss zur Einführung des Dosenpfandes ein einzigartiger Doppelschlag gegen das Böse gelungen ist.

Während nun also noch unklar ist, ab wann die fröhlichen Herrschaften aus den Siedlungen unter Deutschlands Brücken dem dankbaren Kioskbesitzer das geleerte Tuborg-Sixtypack und die Einkaufswagenladung leerer Rotweinpullen Marke "Plaisir-de-Glycole" über den Tresen in die Trinkhalle zurückwerfen dürfen, steht eines schon fest: Es darf ab sofort gnadenlos gefeilscht werden. Als erstes haben dies die Japaner begriffen! Da wird in Bonn mal eben das Protokoll von Kyoto ad actas gelegt und bringt der Japs die Welt ins Japsen, wenn er zum reichlichen CO2-Ausstoß als Zugabe noch ein Packerl Stickstoffsenke oder ein paar Kohlenmonoxidquoten verlangt. "Auf deutschem Boden darf nie wieder das Benzin ausgehen", quakt dann auch gleich Umweltminister Trittin in die Mikrophone vor der Tagungsstätte und lässt der japanischen Delegation ohne viel Federlesen ein paar sog. Bohrinseln (willige Blondinen) auf die Wasserbetten des Bonner Maritim-Hotels catern.

Kaum anders Frank Steffel, der als gelernter Teppichhändler im Berliner Wahlkampf natürlich auch sofort Profit aus der neuen Rechtslage zu ziehen sucht und von den Wählern die Zweitstimme als Zugabe zur Erststimme verlangt - für die Fortsetzung der großen Kopulation, und sei es mit Wowereit auf der Laugh-Parade. Gregor Gysi will sein Licht ebenfalls nicht unter den Steffel stellen, bietet Einigkeit und Recht und Geilheit zum Nulltarif. "Früher hat die PDS da ja noch ziemlich gemauert", erklärt der kesse Berliner, in der Scene auch als DJ Sekretär bekannt "aber heute machen wir Rabattz, dass es einem durch Ostmark und Bein geht."

"Äh Rabatt", klingt es da schon aus Leimen, "äh bedeutet das, dass ich jetzt weniger Unterhalt zahlen muss? Oder darf ich die Anna Spermakowa jetzt noch einmal schwängern, ohne dass es extra kostet?". Wohl kaum Herr Becker, höchstens gibt es ein oder zwei Bettlaken aus der weltberühmtesten Kleiderkammer als kleine Zugabe zu Balg und Alimentenurteil. Aber das Diktum "billige Nutte" und die Redewendung "billiger Trick" werden durch den Wegfall des Rabattgesetzes endlich mit Leben erfüllt und das ist doch auch schon etwas.

Nick Igel


Klopft Gore auf den Bush?

Amerika zu dumm für die Demokratie?

Vertrauliche Informationen aus Florida beweisen: US-Wahl ungültig!
Von HEISS&FETTIG - Auslandskorrespondent Nick Hedgehog

Nur "die Spitze des Eisbergs" sind die aus offiziellen Quellen bisher bekannt gewordenen Wahlmanipulationen in den USA. Das erfuhr h&f Auslandskorrespondent Nick Hedgehog vertraulich vom Leiter der amerikanischen Wahlkommission, Manfred "Manni" Pulation. Hier einige heimlich mitgeschnittene Auszüge aus dem Gespräch:

Hedgehog: Mister Pulation, wenn ich das richtig verstanden habe, dauert es jetzt noch einige Tage, Wochen, vielleicht gar Jahre, also schätzungsweise fast bis zum Ende der nächsten Amtsperiode, bis wir das amtliche Endergebnis der Präsidentschaftswahl erfahren. Woran liegt das?

Pulation: Ja, wissen Sie, da sind zum einen die Senior Citizens. So nennen wir politisch korrekten Amerikaner unser gesellschaftliches Alteisen, also die Menschen die so dumm sind, dass sie nicht begreifen, wie man Wahlzettel ausfüllt. Und nun stellen Sie sich das einmal vor: Da hat die Gore-Truppe viel Geld bezahlt, um Busse für den Transport der kaum noch zurechnungsfähigen Senioren vom Altersheim zum Wahllokal zu mieten, dann haben die Demokraten nur einen Teil dieses Geldes durch den Verkauf von Rheumadecken - in Florida unentbehrlich - und Al Bore-Plaketten wieder eingewirtschaftet und hat man schließlich den senilen Idioten, sorry, äh, den "chronologically experienced citizens" genau erklärt, dass sie Ihr Kreuz bei Gore machen müssen, wenn sie nicht zurück ins Heim laufen und die Rheumadecken schleppen wollen. Und dann hat da irgendein Technokrat einen Stimmzettel entworfen, auf dem gleich mehrere Kandidaten stehen. Das ist doch verwirrend für einen Neunzigjährigen.
Allein das rechtfertigt eine Wiederholung der Wahl, es ist für einen Amerikaner nicht zumutbar, einen solchen Wahlvorgang zu bewältigen, wenn Sie ihm nicht genau vorschreiben, was er zu tun hat und wo er sein Kreuz zu machen hat. Kennen Sie nicht unsere Gebrauchsanleitungen. Zum Beispiel für einen Spaziergang: How to walk: Step one: make step one! Step two: make step two. Und so weiter... Wenn Sie so etwas nicht auch für eine Wahl bereitlegen, ist das Ergebnis auf jeden Fall anzufechten.

Hedgehog: Ich beginne zu verstehen. Gab es noch weitere Probleme?

Pulation: Ja, im county Miami City haben die Wähler es völlig falsch verstanden, als wir sie baten, vor den Wahlkabinen eine "line" zu bilden. Die Polizei nahm insgesamt 1.500 Drogenabhängige fest, deren Stimmen jetzt natürlich fehlen. Zwei der automatischen ballot boxes sind außerdem irreparabel defekt, weil es ein System gab, in dem keine Kreuze auf den Wahlzettel, sondern Löcher in die Scheine gemacht werden sollten. Da haben mehrere Bürger ihre 38er zur Hand genommen und nicht nur die Urnen, sondern auch einige andere Wahlberechtigte lahmgelegt. Gouverneur Bush hat für den Fall eines Wahlsiegs jedoch zugesagt, den Schuldigen gut geheizte Sitzplätze zu verschaffen.

Hedgehog: Ich habe außerdem gehört, dass in Missouri ein Toter zum Senator gewählt wurde. Wie ist das zu erklären? Das allein zeigt doch wohl, dass bei dieser Wahl einiges nicht stimmt?

Pulation: Ach wissen Sie, so würde ich das nicht sehen. Erste Umfragen haben ergeben, dass die Wähler vor allem deshalb ihre Stimme für den Verstorbenen abgaben, weil sie sich bei diesem Kandidaten als einzigem sicher fühlten, dass er in seiner Amtsführung nicht korrupt sein werde. Nachdem es erst hieß, man werde die Witwe an Stelle des Kandidaten zur Senatorin machen, dann aber auch noch die Freundin des Senators ins Gespräch kam ,weil sie angab, dass der Senator ihr versichert hatte "sich sehr bald von seiner Frau trennen zu wollen", ist nach Bekanntwerden dieser Umfrageergebnisse nun geplant, den Senator zu mumifizieren und die Mumie in den Senat zu setzen. Wenn das Beispiel Schule macht, wird die amerikanische Politik künftig sicher sehr viel sauberer und ruhiger werden. Das war eine gute Entscheidung! Nicht auszudenken, wenn man solche Positionen einfach auf Familienangehörige übertrüge, stellen Sie sich nur vor, wieviele Tötungsdelikte damit vorprogrammiert wären. Bill Clinton wäre jedenfalls sicher nicht mehr am Leben, bei dem Ehrgeiz, den Hillary hat.

Hedgehog: Na wer weiß, vielleicht würde inzwischen auch die Lewinsky regieren. Jetzt versteh ich jedenfalls endlich den Spruch von wegen "Quahl der Wahl"... Aber sind Sie nicht der Meinung, dass dieses ganze Gezänk ein schlechtes Licht auf Amerika wirft? Das System wirkt doch reichlich unausge-gore-n.

Pulation: Natürlich, aber lassen wir das mal zwischen uns zweien. Wenn der Präsident etwas merkt, ist doch gleich wieder am Golf die Kacke am Dampfen.



Nick Hedgehog

„Tant de bruit pour un caveant consules!“

Zur Lage der österreichischen Nation



Die Lage der österreichischen Nation hängt mir an mehreren Körperöffnungen gleichzeitig heraus. Betrachte ich sie rundherum, so finde ich, dass sie mehrere Seiten hat, von denen her sie zu betrachten ist. Die Regierung regiert und die Opposition macht Opposition. Mit dieser Ordnung der Dinge, die sich ja bewährt hat, würde ich mich gern abfinden, aber ein Artikel muss mindestens eine Spalte lang sein, und das sind erfahrungsgemäß zwei Seiten Manuskript. Fürchterlich. Wenn ich den weissen Bildschirm vor mir sehe, wird mir totenübel. Weisser Terror ist das. Ich habe ein gutes Zitat, mit dem meine politische Betrachtung abschliessen könnte: „Caveant consules, ne quid detrimenti res publica capiat“, aber wie kommt man bis zu ihm? Auch zu „ tant de bruit pour une omelette“ ist es ein langer Weg.
Die Rede des Bundeskanzlers hat in keiner Weise beigetragen, die Lage zu klären. Gott weiss, wie wenig ich ihm das übel nehme! Ich bin aber ein oppositioneller Zeitgenosse und muss ihm also hier sagen, dass seine Ausführungen die Bevölkerung enttäuscht haben. Und das würde ich auch sagen, wenn der Mann gesprochen hätte wie der liebe Gott selber. Ich muss ferner hinzusetzen, dass ich nicht müde werde, den Herrn Bundeskanzler an seine Pflicht und Schuldigkeit zu mahnen, und weil das temperamentvoller klingt, schreibe ich: an seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Das mit dem Müdewerden ist nur zum Teil richtig, eigentlich bin ich es schon in hohem Maße. Noch zehn Zeilen.
Betrachten wir also die Lage der österreichischen Nation wie sie ist, so ergibt sich zwingend mancherlei, was ich nicht schreiben kann, weil ich es nicht weiss. Das Wesentliche der innenpolitischen Situation ist die entsetzliche Langeweile, mit der sie den, der sich mit ihr beschäftigen muss, anstinkt. Und wenn nicht bald wieder etwas Aufregendes (EU-Sanktionen, böses Haider-Gebrabbel etc.) passiert, sehe ich mich leider gezwungen ins deutsche Bruderland zu emigrieren, wo Sportreporter in Flammen stehen, Verkehrsminister sich als Steher erweisen (Eichel bleibt hart) und die Schwimmerinnen der Nation voll auf Kursk sind.
Der Bundeskanzler wird schon sehen, wohin er kommt. Die Bevölkerung hat ein Anrecht. Alles – wer hat die Stirn, dem zu widersprechen? – könnte anders sein wie es ist. Ich werde mit meiner Meinung zur Lage der österreichischen Nation nicht zurückhalten, und wenn ich sie mir aus den Fingern saugen müsste. „Tant de bruit pour un caveant consules!“
Ein Österreicher durch und durch und ganz durch.



Leon Lemach


Wie dem Bundeskanzler die Idee zur Greencard kam

Deutschland ein Indermärchen

Bundeskanzleramt, es wird Abend über der Spree, der Kanzler liest ein paar Akten scheint aber nicht ganz bei der Sache:

Bulmahn (tritt ein):
Herr Bundeskanzler, lieber Gerd,
ich hätte eine Audienz begehrt!


Schröder (verlegen):
Pickel und Problemfrisur,
was sind denn Sie für ´ne Figur?
Kenne ich die nicht,
die da so seltsam zu mir spricht?


Bulmahn (selbstbewusst):
Ich bins, die forsche Edelgard,
die jederzeit am Bafög spart,
der Geist der stets verneint,
dem Ausbildung zu schwierig scheint,
die Frau der Forschung viel zu hoch,
aus Deinem Kabinett, das weißt Du doch.


Schröder (genervt zu sich):
Ach Gott jetzt fällts mir ein,
das muss die Quotenelse sein...


Bulmahn (winkt aufgeregt Schily herein):
Den Otto hab ich mitgebracht,
wir haben gestern durchgemacht,
dem Grappa kräftig zugesprochen,
und ein Stück Politik verbrochen,
mit dem Du - wenn Dus richtig machst,
ne Super Einschaltquote schaffst.


Schröder (deutlich interessierter):
Ich komm mal wieder in die Zeitung?
Nun sagt schon, steht nicht auf der Leitung,
was ist es, das Ihr mir da bringt,
dass mir TV und Hörfunk winkt?


Schily:
Na Gerd, Du weißt, die Doris hat so ein Gerät,
mit dem surft sie im Internet,
Computer nennt sich dieses Teil,
ist praktisch, schnell und megageil.
Wers bauen kann, macht Mörderkohle,
der Inder, der Kanack und selbst der Pole.
Nur wir in Deutschland sind zu dumm,
weils Bildungsministerium,
den ganzen Forschungszaster,
für Gesamtschulen verprasste.
Aber damit ists jetzt endlich aus,
die Inder holen wir ins Haus!


Schröder (nachdenklich):
Das ist der Inderwahnsinn, das ist fein,
fürs Indernet kauf ich den Turbanträger ein!
Der treibt dem Rechner mit der Maus,
sofort jedwede (K)Inderkrankheit aus.
Die kommen her, das schaff ich schon,
zur Not zahl ich ´nen (F)Inderlohn,
für jeden der mich unterstützt,
dass Krishna bald im Flieger sitzt.
Und da ich weiss, dass Inderarbeit
ist Synonym zu Kinderarbeit,
hol ich mir (m)inderjährige Experten
ganz frisch aus Delhis (K)Indergärten.


Bulmahn und Schily:
Was aber wenn die Zeitung titelt,
"Kanzler jetzt inderbemittelt"?
Denn eins ist klar, das Volk wird fragen,
Wohin wir denn die Inder jagen,
wenn wir sie nicht mehr brauchen,
weil in der Wasserpfeife rauchen,
geht wohl schlecht,
das wär nicht recht.


Schröder (beschwingt):
Ach was, in den Hindern tret´ ich die
Und dann geht es ab wie nie,
da hab ich keine (K)Inderstube,
Mahatma fährt mit Vollgas in die Grube!


Schily:

Du Gerd, ich weiß nicht ob das geht,
weil da etwas in der Verfassung steht,
Menschenwürde und so Sachen,
das darf man nicht einmal mit Indern machen.


Schröder:
Na gut, dann lassen wir sie nur,
für ein paar Jahre rein, quasi auf Kur.
Green Card statt Greenback und Mahatma weiß
Staatsbürgerschaft hat ihren Preis.
Der Rücktransport wird damit (k)inderleicht,
und Gerd hat wieder einmal was erreicht.
Ruft gleich mal bei der Presse an
Damit ich das verkünden kann.


Schlusschor:
Spiel nicht mit den Schmuddelindern, sing nicht ihre Lieder...

ni


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