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Klopft Gore auf den Bush? Zur Lage der österreichischen Nation Deutschland ein Indermärchen |
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Die Erde trudelt unaufhaltsam auf ihr Verderben zu. Während der Regenwald auf der Intensivstation liegt, der Klimakollaps sich mit dem Verkehrsinfarkt ein spannendes Match um den Untergang der Zivilisation liefert, meldet Radio Rimini, dass in diesem Jahr der Algenteppich erstmals "trägt". Rinderwahnsinn, Maul- und Klauenseuche, AIDS und der gute alte Tuberkel-Bazillus kämpfen wacker gegen die Überbevölkerung, ebenso übrigens wie der Mazedonier, der den Albaner als Wurzel allen Übels ausgemacht hat und der Israelit, der in Ermangelung von Albanern die Palästinenser als Schuldige für Krieg, Fußpilz, Geschirrtuchknappheit und die schlechten Leistungen der Fußballnationalmannschaft erkannt hat. Herr Bush bastelt derweil am Raketenschild und Herr Putin bringt die Russenmafia als AG mit erstaunlichem Erfolg an die Börse. Nur ein kleines Häuflein Unbeugsamer versucht in diesen Turbulenzen noch, der Globalisierung ein humanes Gesicht zu geben: Die deutsche Bundesregierung, der mit der Abschaffung des Rabattgesetzes und dem - im Bundesrat in unverantwortlicher Weise gekippten - Beschluss zur Einführung des Dosenpfandes ein einzigartiger Doppelschlag gegen das Böse gelungen ist.
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Von HEISS&FETTIG - Auslandskorrespondent Nick Hedgehog Hedgehog: Mister Pulation, wenn ich das richtig verstanden habe, dauert es jetzt noch einige Tage, Wochen, vielleicht gar Jahre, also schätzungsweise fast bis zum Ende der nächsten Amtsperiode, bis wir das amtliche Endergebnis der Präsidentschaftswahl erfahren. Woran liegt das? Pulation: Ja, wissen Sie, da sind zum einen die Senior Citizens. So nennen wir politisch korrekten Amerikaner unser gesellschaftliches Alteisen, also die Menschen die so dumm sind, dass sie nicht begreifen, wie man Wahlzettel ausfüllt. Und nun stellen Sie sich das einmal vor: Da hat die Gore-Truppe viel Geld bezahlt, um Busse für den Transport der kaum noch zurechnungsfähigen Senioren vom Altersheim zum Wahllokal zu mieten, dann haben die Demokraten nur einen Teil dieses Geldes durch den Verkauf von Rheumadecken - in Florida unentbehrlich - und Al Bore-Plaketten wieder eingewirtschaftet und hat man schließlich den senilen Idioten, sorry, äh, den "chronologically experienced citizens" genau erklärt, dass sie Ihr Kreuz bei Gore machen müssen, wenn sie nicht zurück ins Heim laufen und die Rheumadecken schleppen wollen. Und dann hat da irgendein Technokrat einen Stimmzettel entworfen, auf dem gleich mehrere Kandidaten stehen. Das ist doch verwirrend für einen Neunzigjährigen. Allein das rechtfertigt eine Wiederholung der Wahl, es ist für einen Amerikaner nicht zumutbar, einen solchen Wahlvorgang zu bewältigen, wenn Sie ihm nicht genau vorschreiben, was er zu tun hat und wo er sein Kreuz zu machen hat. Kennen Sie nicht unsere Gebrauchsanleitungen. Zum Beispiel für einen Spaziergang: How to walk: Step one: make step one! Step two: make step two. Und so weiter... Wenn Sie so etwas nicht auch für eine Wahl bereitlegen, ist das Ergebnis auf jeden Fall anzufechten. Hedgehog: Ich beginne zu verstehen. Gab es noch weitere Probleme? Pulation: Ja, im county Miami City haben die Wähler es völlig falsch verstanden, als wir sie baten, vor den Wahlkabinen eine "line" zu bilden. Die Polizei nahm insgesamt 1.500 Drogenabhängige fest, deren Stimmen jetzt natürlich fehlen. Zwei der automatischen ballot boxes sind außerdem irreparabel defekt, weil es ein System gab, in dem keine Kreuze auf den Wahlzettel, sondern Löcher in die Scheine gemacht werden sollten. Da haben mehrere Bürger ihre 38er zur Hand genommen und nicht nur die Urnen, sondern auch einige andere Wahlberechtigte lahmgelegt. Gouverneur Bush hat für den Fall eines Wahlsiegs jedoch zugesagt, den Schuldigen gut geheizte Sitzplätze zu verschaffen. Hedgehog: Ich habe außerdem gehört, dass in Missouri ein Toter zum Senator gewählt wurde. Wie ist das zu erklären? Das allein zeigt doch wohl, dass bei dieser Wahl einiges nicht stimmt? Pulation: Ach wissen Sie, so würde ich das nicht sehen. Erste Umfragen haben ergeben, dass die Wähler vor allem deshalb ihre Stimme für den Verstorbenen abgaben, weil sie sich bei diesem Kandidaten als einzigem sicher fühlten, dass er in seiner Amtsführung nicht korrupt sein werde. Nachdem es erst hieß, man werde die Witwe an Stelle des Kandidaten zur Senatorin machen, dann aber auch noch die Freundin des Senators ins Gespräch kam ,weil sie angab, dass der Senator ihr versichert hatte "sich sehr bald von seiner Frau trennen zu wollen", ist nach Bekanntwerden dieser Umfrageergebnisse nun geplant, den Senator zu mumifizieren und die Mumie in den Senat zu setzen. Wenn das Beispiel Schule macht, wird die amerikanische Politik künftig sicher sehr viel sauberer und ruhiger werden. Das war eine gute Entscheidung! Nicht auszudenken, wenn man solche Positionen einfach auf Familienangehörige übertrüge, stellen Sie sich nur vor, wieviele Tötungsdelikte damit vorprogrammiert wären. Bill Clinton wäre jedenfalls sicher nicht mehr am Leben, bei dem Ehrgeiz, den Hillary hat. Hedgehog: Na wer weiß, vielleicht würde inzwischen auch die Lewinsky regieren. Jetzt versteh ich jedenfalls endlich den Spruch von wegen "Quahl der Wahl"... Aber sind Sie nicht der Meinung, dass dieses ganze Gezänk ein schlechtes Licht auf Amerika wirft? Das System wirkt doch reichlich unausge-gore-n. Pulation: Natürlich, aber lassen wir das mal zwischen uns zweien. Wenn der Präsident etwas merkt, ist doch gleich wieder am Golf die Kacke am Dampfen. Nick Hedgehog |
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Bundeskanzleramt, es wird Abend über der Spree, der Kanzler liest ein paar Akten scheint aber nicht ganz bei der Sache:
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