Argumente für den Frieden
Rasterfahndung für Jedermann
"Richter Gnadenlos" und seine Wähler
Terrorangriffe auf US-Ziele ein zweites Pearl Harbor ???
Der Bundesverteidigungsminister auf Tournee

Argumente für den Frieden

"Krieg ist balla, balla!"

Nachdem man jahrelang nichts mehr von der deutschen Friedensbewegung gehört und gesehen hatte (Grund: die Amerikaner haben schon längere Zeit keine Bomben mehr abgeworfen), versammelten sich am Wochenende wieder Zehntausende auf den Strassen der Republik, um mit Erleichterung festzustellen, dass es in Deutschland doch noch Menschen gibt, die "Gegen den Krieg" und "Für den Frieden" sind. Aber nicht nur die Zahl der Demonstrationsteilnehmer erstaunte, sondern vor allem auch die Tatsache, dass von ihnen völlig neue Argumente für ihre Ansicht, dass "Frieden besser als Krieg" sei, vorgebracht wurden. Da selbst einige der hartnäckigsten Kriegstreiber in der Heiss&Fettig-Redaktion vor diesen Argumenten kapitulieren mussten und ins Schwanken gerieten, wiederholen wir die wichtigsten an dieser Stelle:

Hirn statt Krieg!
Rache ist Süssholz!
Habt Euch lieb, fuckt den Krieg!
Krieg ist balla, balla!!
"Afghanistan bombardieren...mit Brot, Butter, Kleidung, Büchern!"
Wer ... wählt, wählt Krieg!
Gewalt ist Resignation des Geistes.
Our grief is not a cry for war!
Wir bomben den Frieden herbei.
Wer Wolf schreit und dabei Schafe rülpst, der kotzt gegen den Wind.
Aug um Aug bis die Welt blind ist!
War is legalized terror!
Bombs don't think. Do you?
Schlaf Schläfer - Ausgeschlafen?
Wir brauchen intelligentere Lösungen als Krieg.
Keine Selbstjustiz Mr. President!
Kein Volk will Krieg - Wir sind das Volk!
Terroristen sind Soldaten sind Terroristen sind Soldaten sind...
Zurückschlagen ist phantasielos.
Krieg ist nichts als Drückebergerei v.d. Aufgabe des Friedens. Th. Mann.
Strafverfolgung statt Staatsterrorismus!
Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Friede ist der Weg. Mahatma Gandhi.
Jeder macht sich die Feinde, die er braucht.


hs


Machen Sie mit!

Rasterfahndung für Jedermann

Auf der Suche nach terroristischen "Schläfern" beginnt heute das Bundeskriminalamt mit der sogenannten "Rasterfahndung". Dabei werden öffentliche und private Datenbanken nach bestimmten Kriterien abgesucht.
Erhebliche Schwierigkeiten für die Rasterfahndung ergeben sich jedoch aus der perfekten Tarnung der "Schläfer". So berichtete die Münchener Hausfrau Helga P., in deren Nachbarwohnung wochenlang der Bin-Laden-Vertraute Lased Bin Hedi gewohnt hatte, in einem Boulevard-Blatt: "Er hat mich immer angelächelt und war sehr gepflegt. Sein Gesicht war glatt rasiert, seine Hemden und Hosen penibel sauer. Wenn er abends nach Hause kam, hat er immer gleich geduscht." Frau P. weiter: "Er hat mir den Müll runtergebracht und die Miete immer pünktlich bezahlt." Und: "Von allen Nachbarn war er der Netteste. Ich kapiere das nicht, dass er ein Terrorist gewesen sein soll."
Für das BKA stellen diese Merkmale jetzt die Kriterien dar, nach denen in den Datenbanken gesucht wird. Darüber hinaus bittet das BKA um Mithilfe der Bevölkerung. Wenn also in Ihrer Nachbarschaft ein Mann wohnt, der immer freundlich, hilfsbereit, gepflegt und zahlungskräftig ist, könnte es sich um einen Terroristen handeln! Jetzt muss man nur noch herausfinden, ob es sich um einen moslemischen Ingenieur-Studenten handelt, der gerne Müll entsorgt und sich mit Verkehrsflugzeugen auskennt. Das BKA empfiehlt folgendes Vorgehen: laden Sie Ihren Nachbarn zu einem Glas Wein ein. Wenn er Moslem ist, wird er diese Einladung ablehnen, da Moslems aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken. Bitten Sie ihn als nächstes, Ihren - angeblich - defekten Kühlschrank zu reparieren. Ingenieur-Studenten lernen das im ersten Semester. Nimmt Ihr Nachbar dieses Angebot an, bitten Sie ihn - "bei der Gelegenheit" - Ihren Müll herunterzutragen. Als Dank überreichen Sie ihm die neueste Version des "Microsoft Flugsimulators". Nimmt er dieses Geschenk erfreut an, haben Sie es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einem international gesuchten Top-Terroristen zu tun! Legen Sie jetzt aber auf keinen Fall selbst Hand an (z.B. mit Laser-Raketen oder Streubomben), sondern benachrichtigen Sie die nächstgelegene Bundeswehr-Kaserne. Der Terrorist kann nämlich ohne weiteres mehrere Kilogramm Sprengstoff mit sich herumtragen, den er jederzeit ohne Rücksicht auf Eigen- bzw. Fremdverluste zündet, um ins Paradies zu kommen und Sie - hilfsbereit wie er ist - dorthin mitzunehmen.


hs


"Richter Gnadenlos" und seine Wähler

Vergreiste Dumpfbacken am Rande des Existenzminimums

Die Wahlforscher brachten es an den Tag: die Wählerinnen und Wähler, die am Sonntag dem "Richter Gnadenlos" Ronald Schill ihre Stimme gaben, sind im wesentlichen Rentner, haben einen niedrigen Bildungsabschluss und müssen mit wenig Geld auskommen. Mit anderen Worten: vergreiste Dumpfbacken am Rande des Existenzminimums. Es handelt sich um Menschen, die noch nach der 1000.sten "XY-Ungelöst"-Sendung jedem Trickbetrüger ihre karge Rente in die Hose stopfen, sich unter Ihresgleichen mit der Zahl der auf Kaffeefahrten ergatterten Rheumadecken brüsten und Freddy Quinn für einen deutschen Weltstar halten. Für dieses Klientel ist Ronald Schill der einzige, der nicht nur mit den Fixern am Hamburger Hauptbahnhof, sondern auch mit Osama bin Laden und seinen Talibanen fertig wird.
Getäuscht haben sich jedoch diejenigen Beobachter, die davon ausgehen, dass diese Wählerschaft über kurz oder lang sowieso biologisch entsorgt wird und es sich deshalb bei dem Phänomen "Schill" um eine kurzfristige Erscheinung handelt. Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung genügt für die Feststellung, dass diese Wählerschicht im Gegenteil kontinuierlich zunehmen wird.
Die damit verbunden Gefahren hat jetzt auch die Bundesregierung erkannt. Vorschlag von Innenminister Schily: die Wählerschaft von Ronald Schill wird komplett zur terrorististischen Vereinigung erklärt und in eigene Reservate auf der Mitteleerinsel Mallorca verfrachtet. Anfallende Beerdigungskosten werden von der Bundesregierung nach Antrag erstattet.

hs


Historische Einordnung leicht gemacht

Terrorangriffe auf US-Ziele ein zweites Pearl Harbor ???

Mehrfach war ja in den letzten Tagen zu hören gewesen, die fürchterlichen Anschläge in den USA seien als "zweites Pearl Harbor" zu bewerten. Eine Einschätzung, die auf den ersten Blick vielleicht sogar plausibel erscheint. Denn es hat seit dem Angriff der Japaner auf Hawaii bis dato keine weitere Attacke auf amerikanischem Boden gegeben, die ähnlich verheerende Folgen gehabt hätte. Trotzdem mutet dieser Vergleich bei genauerer Betrachtung so an, als seien durch die Terrorangriffe nicht nur Gebäude zerstört und Menschenleben ausgelöscht worden, sondern die entsprechenden Kommentatoren seien damit auch der Fähigkeit beraubt worden, historische Ereignisse sauber einzuordnen.

Im Kollektivbewußtsein der Amerikaner steht Pearl Harbor bekanntlich in erster Linie für eine kriegerische Handlung, die ohne Kriegserklärung ausgeführt worden ist. Ein Überfall aus heiterem Himmel eben. Wovon im Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen nun wirklich nicht die Rede sein kann. Im Gegenteil ! Abgesehen von entsprechenden Absichtserklärungen diverser Terrorgruppen, hat es in den letzten Jahren zum einen bereits eine ganze Reihe von Attacken gegen US-Einrichtungen gegeben, die als deutliche Kriegserklärungen zu verstehen waren. Und andererseits haben es in diesem Zeitraum mehrere US-Regierungen für richtig gehalten, Raketen auf vermeintliche Giftgasfabriken und andere Ziele in sogenannten Schurkenstaaten abzuschießen. Wodurch dann übrigens auch im traditionellen und völkerrechtlichen Wortsinne Krieg geführt worden ist. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil die territoriale Integrität eines anderen Landes verletzt worden ist.

Insgesamt also Aktionen, die unter dem Strich bedeuten, dass sich die USA seit mehreren Jahren bereits im Kriegszustand befinden. Unerheblich ist dabei, dass nie irgendein Botschafter eine formelle Kriegserklärungsnote abgegeben hat. Und daran ändert natürlich auch die Tatsache nichts, dass denjenigen, die nun von einem zweiten Pearl Harbor daherfaseln, der faktische Kriegszustand bislang noch nicht aufgefallen ist, weil sich dieser Krieg bislang nicht auf amerikanischem Boden abgespielt hat.

Dass die jüngsten Terror-Attacken gegen Ziele in den USA auch künftig nicht mit Pearl Harbor verglichen werden können, wollen wir übrigens aus einem weiteren Grund hoffen. Nämlich deshalb, weil Pearl Harbor auch den Beginn eines Krieges markiert, an dessen Ende Atombomben abgeworfen worden sind. Was wir nach wie vor ebensowenig lustig finden können wie den Verlust von Menschenleben, der nun zu beklagen ist.

Carlo Cravallo


Von Pontius zu Pilati

Der Bundesverteidigungsminister auf Tournee

Rudolf Scharping hat es wirklich nicht leicht. Von seiner Frau verlassen und den Unterhaltszahlungen (sog. Rudi-menten) schier aufgefressen, wurde der sportliche Verteidigungsminister von seinen politischen Höhenflügen bereits mehrfach unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zweimal schon stand ihm beim Radfahren die Landschaft im Weg, dann wieder beim Autofahren eine Panzersperre - kein Wunder, dass Rudi inzwischen lieber mit dem Flugzeug reist. Und zwar mit der Bundeswehr, denn die kommt billiger, auch wenn man gelegentlich ohne ihn losfliegt oder er in Mazedonien auch schon mal die falsche Maschine erwischt. Warum der staunenden Bevölkerung die Notwendigkeit der Nutzung der bundeseigenen Flugbereitschaft durch Deutschlands obersten Kriegsherren nicht immer nachvollziehbar erscheint, ist Rudi Ratlos allerdings ein Rätsel. Einer unserer Sonderkorrespondenten war zufällig bei Minister Scharping als der Bundeskanzler anrief, um das Thema zu vertiefen. Lesen Sie hier weltexklusiv das Protokoll des Gesprächs:

Scharping (singt vor sich hin):
"Hey Mista Ballermann, Ballermann Mallorca, braungebrannt und besoffen am Strand..."

(das Telefon klingelt)

Scharping (meldet sich):
"Schaaaarping"

Schröder:
"Hallo Rudi, alter Erdtrabant,
Hier ist der Kanzler mit der ruhigen Hand!"

Scharping (verliebt):
"Bist Du es, holde Rose mein?
Hier spricht Dein Ministerlein!"

Schröder (sichtlich ungehalten):
"Nee, Rudi, Mensch Du alter Poolpirat,
Gerd Schröder hier am Apparat!
Nun stell man die Schalmeien ab,
Du sülzt Dich sonst ja noch ins Grab!
Hast Du denn nicht die BILD gelesen?
Da steht Du seist die längste Zeit gewesen,
Der Oberboss vom Militär,
Der Chef der deutschen Bundeswehr.
Ich sach´ das mal ganz unverkrampft,
Mein alter Freund, die Kacke dampft!

Scharping (versonnen):
Wie soll ich das denn jetzt versteh´n,
Darf ich nicht mal auf Urlaub geh´n?
Gräfin Kristina auf die Matte legen,
Rhythmisch aus den Hüften mich bewegen?
Ganz langsam, sicher, immer mit Bedacht,
Der Rudi hat noch nie was schnell gemacht.
Und wenn ich dann den Koitus,
Ganz plötzlich unterbrechen muss,
Weil endlich nun der Mazedonier,
Uns geben will sein Schießgewehr,
Dann ist es ja wohl klar wie Suppe,
Dass den Minister seine Truppe,
Im Lear-Jet auf den Balkan fliegt,
Damit die NATO gegen den Albaner siegt.

Schröder (genervt):
Aber Rudolf alter Casanova,
Das weiß ich selbst noch aus Hannover,
Wo ich mit Glogowski seinerzeit,
So manchen Flieger eingeweiht:
Du kannst zwar auf and´rer Leute Kosten,
Fliegen nach New York und Boston,
Wenn das aber die Zeitung spitz kriegt,
Bist Du es selbst, der wie der Blitz fliegt.

Scharping (zaudernd):
Na gut, dann widme ich mich eben von jetzt an,
Nur noch der Gräfin und dem Ballermann,
Da hab ich, Gerd nun hör gut hin,
Immer diesen Song im Sinn,
Am Balneario sang man ihn mir:
"Party, Palmen, Weiber und ein Bier..."

Nick Igel


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