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Das WM-Tagebuch Was ist eigentlich in Deutschland los?
Erste WM-Woche:
Was ist eigentlich in Deutschland los? Plötzlich fahren alle mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen an den Fenstern durch die Gegend und gerieren sich als die Oberpatrioten. Irgendwie erinnert mich das an die orangen Angie-Poster im letzten Wahlkampf. Beiden Aktionen gemein ist der Mangel an Attraktivität des beworbenen Produkts. Denn die Versuche der Union, ihre Spitzenkandidatin zum Popstar zu stilisieren und ihr damit Akzeptanz in breiteren Schichten der Bevölkerung zu geben, waren doch letztlich nichts anderes als das berühmte Pfeifen im Wald, nämlich das Veranstalten von erheblichem Lärm, um von der eigenen Unsicherheit und einem gewissen Mangel an Zutrauen abzulenken. Und nicht anders verhält es sich beim Bejubeln der Bundeskicker. Seit sechs Jahren war kein Sieg mehr gegen eine Top-Ten-Mannschaft drin und sie haben eine Abwehr wie Hitler im April 1945. Da wird die Vermutung nur zu bald zur Gewissheit werden, dass das Turnier für unsere Rumpelfüßler spätestens dann beendet ist, wenn ein ernsthafter Gegner kommt. Allein das Spiel Argentinien gegen die Elfenbeinküste hat das unterstrichen, gegen jede der beiden Mannschaften wären die Deutschen wohl mit einer zweistelligen Anzahl von Gegentoren vom Platz marschiert.
Sehr viel interessanter ist da schon der Blick in die von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtete Vorrundengruppe K, in der Österreich, Molwanien, Phaic Tan und die DDR spielen. In der ersten Begegnung trafen gestern Österreich und Molwanien aufeinander. Gleich nach dem Anpfiff gingen die ersten Schüsse der Molwanier auf das österreichische Tor. Mit Erfolg! Der Torwart der Alpenländler erlitt schon in der zweiten Spielminute einen Lungendurschuss und musste ausgewechselt werden. Wenig später ein Lattenknaller der Molwanier. Der Sprengsatz an der Querlatte war so geschickt angebracht, dass diese dem Ersatztorhüter der Ösis direkt auf die Fontanelle krachte. Schädelbasisbruch! Mangelnder Kampfgeist bei den Österreichern, auch der Ersatztorwart gab auf. Günter Netzer kommentierte in der ARD: "Offenbar kommen die Österreicher mit der internationalen Härte einfach nicht zurecht. Es ist ein Fehler, wenn das Auswechselkontingent so schnell erschöpft wird; man verbaut sich damit Optionen und man hat gesehen, dass sich so etwas im Profifußball von heute rächt."
A propos verbauen: Als Österreich in der 28. Minute einen Freistoß in der Nähe des molwanischen Strafraums zugesprochen bekam, stellten die vom ehemaligen DDR-Internationalen Dixi Dörner trainierten Molwanier nicht nur die übliche Mauer auf, sondern statteten diese auch noch mit Stacheldraht und Selbstschussanlagen aus. Erneut musste ein Österreicher mit Schussverletzung ausgewechselt werden. Kommentar von Franz Beckenbauer im ZDF: "Jogutsicha, das ist die moderne, internationale Spielweise in der Verteidigung, wannst da als Stürmer a Sekundn lang unaufmerksam bist, kannst glei a Urne bestelln."
In der 38. Minute dann endlich der Führungstreffer für Molwanien. Der österreichische Chefcoach bestritt allerdings sofort, dass es sich um ein reguläres Tor gehandelt habe, und meinte, die Molwanier hätten mit zu langen Stollen gespielt. In der Tat hatte die molwanische Mannschaft unter Anleitung des ostdeutschen Assistenztrainers und früheren Republikflüchtlings Gerd Grabert bereits vor dem Spiel einen 108 Meter langen Stollen von der Nordkurve bis zum österreichischen Elfmeterpunkt getrieben. Der molwanische Mittelstürmer Hacki Faul hatte sich unbemerkt durch den Stollen gearbeitet (getunnelt) und direkt in das leere (s.o.) Tor der Alpenländler verwandelt. Der österreichische Protest wurde vom Schiedsrichter nach kurzem Gespräch mit dem molwanischen Mannschaftskapitän zurückgewiesen. Der Schiedsrichter gab später zur Begründung an, er wolle schließlich seine Familie noch einmal wieder sehen.
Der Rest war Formsache, in der zweiten Halbzeit hielten die Molwanier den Ball in den eigenen Reihen und erstickten die österreichischen Angriffsversuche, indem sie den Stürmern aus Austria bei Erreichen des Strafraums Plastiktüten über den Kopf stülpten.
Endstand 1:0 für Molwanien. Allerdings wurde das Ergebnis nach Spielende am "grünen Tisch" von Sepp Blatter in ein 2:0 für Österreich umgewandelt, weil sich herausgestellt hatte, dass die Molwanier vor dem Spiel größere Mengen des auf der Dopingliste stehenden molwanischen Weines Shtunkh aus der neuen molwanischen Appellation d´Origine Occassionellement Controlee Korr-do-Bah zu sich genommen hatten.
Von der Frau und den Kindern des Herrn Blatter fehlt seither jede Spur.
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