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Der Haigerjörgl war nicht der Erste Die besten österreichischen Sporttodesfälle
Warum das so ist, kann man nur ahnen. Fest steht aber, dass es so ist: Österreichische Sportler sterben wie die Fliegen. Sei es, dass sie sich überschätzen, sei es, dass sie zu leichtsinnig sind, früher oder später rafft es sie fast alle dahin. Und wenn sie in Disziplinen tätig sind, wo die Geschwindigkeit für tödliche Unfälle nicht ausreicht, dann bringen sie sich eben in ihrer Freizeit um. Und die paar, die Sportunfälle oder Freizeitunfälle schwer verletzt überleben, machen anschließend natürlich weiter wie zuvor, irgendwie wird man sich ja wohl um die Ecke bringen können? Hier mal ein paar prägnante Beispiele:
A. Skisport:
1. Toni Mark
Todesart:
Fährt 1959 bei einem Riesenslalom in Rottach-Egern in eine Zuschauergruppe und stirbt.
Wertung:
Der Vorreiter! Kreativ war er auch. Damals hatte man beim Riesenslalom kaum genug Dampf drauf, um allein durch einen Sturz zu sterben. Die Auswahl der Zuschauergruppe als Einschlagsort war insofern sicherlich entscheidend und klug. Vielleicht hat er noch ein paar Zuschauer mit in den Tod gerissen? Ist leider nicht überliefert.
2. Arthur Gobber
Todesart:
Verunglückt 1972 in der Abfahrt der österreichischen Junioren-Meisterschaften tödlich.
Wertung:
Erfreulicher Erfolg auch schon im Nachwuchsbereich. Über die Details des Unfallhergangs ist leider nichts bekannt geworden.
3. Sepp Walcher
Todesart:
Der österreichische Abfahrtsspezialist war in seiner aktiven Zeit durchaus erfolgreich. 1978 gewann er bei der Weltmeisterschaft in Schladming den Abfahrtslauf. 1982 beendete er seine Karriere. 1984 verunglückte er beim Hobbyskifahren tödlich.
Wertung:
Da hat er nachgeholt, was er in der aktiven Zeit nicht mehr hinbekommen hat. Leichte Abzüge in der B-Note für die Verzögerung, aber: Respekt!
4. Jörg Oberhammer
Todesart:
Herr Oberhammer war selbst kein Sportler, sondern nur Mannschaftsarzt des österreichischen Skiverbandes. Was ihn nicht hinderte, sich 1988 bei den Winterspielen von Calgary von einer Pistenraupe überrollen zu lassen.
Wertung:
Sonderpunkt dafür, dass auch ein Funktionär sich mitschlachten lassen hat!
5. Gernot Reinstadler
Todesart:
Stürzt bei der Qualifikation zur Weltcup-Abfahrt in Wengen im Zielhang. An der erlittenen Beckenspaltung und schweren Verletzungen der Blutgefäße im Unterleib stirbt er fast unverzüglich.
Wertung:
Leichtes Minus für die kleine Verzögerung beim Todeseintritt, ansonsten gute Performance.
6. Rudi Nierlich
Todesart:
Der Herr Nierlich war ein recht erfolgreicher Skiläufer, gewann mehrere Rennen und wurde einmal Weltmeister im Slalom sowie gleich zweimal Weltmeister im Riesenslalom. An schnellere Disziplinen hat er sich nie getraut, weswegen er 1991 seinen PKW im ersten Stock eines österreichischen Wohnhauses abstellen musste. Rudi Nierlich war bei Einschlag des PKWs sofort tot.
Wertung:
Die Feigheit bei den Speed-Disziplinen trübt den Gesamteindruck ein wenig. Dennoch Respekt, Rudi war der erste, der es dann mit einem motorisierten Untersatz auszugleichen versuchte. Für den spektakulären Aufschlag im ersten Stock gibt es in der B-Note Extrapunkte!
7. Alois Kahr
Todesart:
Der Herr Kahr war Cheftrainer des österreichischen Damen-Slalomteams. Er starb bei einem Verkehrsunfall im Dezember 1991.
Wertung:
Na ja, das war dann doch etwas sehr billig beim Herrn Nierlich abgekupfert. Gerade mal ein paar Monate drauf und schon wieder mit dem Auto! Dennoch verdient es eine gewisse Anerkennung, dass auch hier ein Funktionär seinen Athleten optimales Verhalten vorlebt.
8. Peter Wirnsberger II.
Todesart:
Der österreichische Abfahrtsläufer stürzte beim freien Training nach den österreichischen Meisterschaften im Januar 1994 tödlich.
Wertung:
Mit dem Aufkommen des Privatfernsehens und der Häufung von Übertragungen der Rennen im TV wurde es notwendig, sich Todesort und -zeitpunkt sorgfältiger auszusuchen. 1994 hätte man eigentlich schon ein Ableben während eines Lifeberichts erwarten können (auch wenn die Kombination zwischen Tod und Life jetzt erst einmal paradox klingen mag). Daher gibt der Sturz im Training leichte Abzüge.
9. Uli Mayer
Todesart:
Die österreichische Abfahrtsläuferin hat am 29. Januar 1994 während des Weltcup-Rennens auf der Kandahar-Strecke in Garmisch etwas zu viel Gas gegeben und ist mit rund 120 Sachen sowie dem Schädel voraus in den Pfosten einer Zeitmessanlage gedonnert. Selbst die tendenziell leeren Ösischädel halten so etwas nicht aus. Der Exitus trat nicht unmittelbar, sondern erst in der Unfallklinik Murnau ein.
Wertung:
Die Frau Mayer hat es drauf! Mitten in der Lifeübertragung einen so spektakulären Abflug, das hat Stil. Da fällt die Verspätung des Todeseintritts kaum noch ins Gewicht. Medaillenreif!
10. Christoph Laimer
Todesart:
Der Nachwuchsrennfahrer im österreichischen Nationalteam fällt 1994 beim Training in eine Gletscherspalte und kann nur noch tot geborgen werden.
Wertung:
Hier ist man hin- und hergerissen. Soll man die gute Nachwuchsarbeit loben oder den wenig telegenen Abgang verurteilen. Hinteres Mittelfeld!
11. Richard Kröll
Todesart:
Der Riesenslalomläufer aus dem österreichischen Nationalteam stirbt 1996 bei einem Autounfall im Zillertal.
Wertung:
Na gut, wieder einer, der sich nicht an die Abfahrt herangetraut hat. Aber nach Nierlich und Kahr hätte man doch etwas mehr Kreativität bei der Auswahl der Ersatztodesart erwarten dürfen, oder? Es muss doch nicht immer der Wagen sein! Vielleicht ein Sprung von der Brücke? Ein Absturz mit dem Gleitschirm? Das ist doch wirklich nicht so schwer!
12. Hermann Maier
Todesart:
Steht noch nicht fest. Der Maiers Hermann hat schon alles Mögliche versucht, wider Erwarten aber den spektakulären Sturz bei der Olympia-Abfahrt in Nagano ebenso überlebt wie den Motorradunfall am 24. August 2001, bei dem er fast das recht Bein verloren hat.
Wertung:
Ein wirklich schwerer Fall! Natürlich ist die technisch schwache Ausführung der beiden Unfälle zu bemängeln. Auf der anderen Seite muss das nach dem fehlgeschlagenen Skiunfall erfolgte Ausweichen auf den Straßenunfall gelobt werden, zumal die Wahl eines Motorrads statt des inzwischen wirklich ausgelutschten Automobils für zumindest einen Anflug von Kreativität spricht. Besonders lobend zu erwähnen ist auch, dass Herr Maier weiterhin sowohl Motorrad als auch Abfahrtsrennen fährt. Wir erwarten, dieses Kapitel schon in naher Zukunft aktualisieren zu dürfen. Der Name Maier bürgt in diesem Kontext ja doch für besondere Qualität, siehe Nr. 9.
13. Haiderjörgl
Todesart:
Dreifacher Rittberger mit dem Phaeton. Tempo 147 bei Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer. Flog elegant über die Leitplanken und wahrscheinlich auch die Fünfpromillhürde. Genickbruch und doppelter Bruch der Wirbelsäule. Da sag noch einer, der Haiderjörgl hätte kein Rückgrat gehabt.
Wertung:
Eigentlich falsch in dieser Rubrik, da kein Skisportler. Doch Phänotyp Skilehrer, daher als Gaststar zulässig. Besonders bemerkenswert: Haider war angeschnallt und alle zwölf Airbags funktionierten. Es ist schon eine Sonderleistung, unter diesen Bedingungen noch einen tödlichen Unfall hinzukriegen. Leider ist Haider der Eingang ins Himmelreich versperrt geblieben. Dort saßen schon 150 Millionen Türken, die bei Petrus die drohende Überfremdung beklagten.
B. Autorennsport
1. Jochen Rindt
Todesart:
Im Abschlusstraining zum großen Preis von Italien in Monza am 5. September 1970 donnerte Rindt vor der Parabolica-Kurve in die Leitplanke, was den Riss der Luftröhre sowie ein regelrechtes Zerquetschen des Brustkorbes zur Folge hatte. Er starb im Rettungswagen, mit dem er in eine Unfallklinik in Mailand gebracht werden sollte.
Wertung:
Abzüge für den verzögerten Exitus. Außerdem hätte man bis zum Rennen warten können, da wäre die Fernsehpräsenz ausgeprägter gewesen. So haben wir bis heute lediglich relativ schlechte Bilder von dem Unfall.
2. Helmut Koinigg
Todesart:
Der Herr Koinigg hat es nur auf drei Formel 1-Rennen gebracht. Beim ersten scheiterte er schon in der Qualifikation, beim zweiten landete er weit außerhalb der Punkte und beim dritten auf dem Friedhof. Am 6. Oktober 1974 in Watkins Glen/USA platzte ihm in der neunten Runde ein Hinterreifen und stand anschließend eine Leitplanke so geschickt im Weg, dass Herr Koinigg regelrecht guillotiniert wurde.
Wertung:
Na also, geht doch! Unfall im Rennen, bei bester Fernsehpräsenz, noch dazu spektakulär, blutrünstig und mit direktem Ableben. Beachtlich auch, dass er sich ohne langes Fackeln gleich zum Anfang der Karriere ums Leben brachte! Höchstpunktzahl!
3. Harald Ertl
Todesart:
Der Herr Ertl hatte in den Jahren 1975 bis 1979 ganze 18 Formel 1-Rennen bestritten, ohne es dabei zu schaffen, sich um die Ecke zu bringen. Sowie mindestens ebenso viele Rennen, bei denen er vergeblich versuchte, sich zu qualifizieren. So gab er auf und beendete seine Karriere. Am 7. April 1982 zog er dann endlich den Schlussstrich und brachte sein Privatflugzeug auf dem Weg nach Sylt zum Absturz. Er war sofort tot und hat fast noch den Rest seiner Familie mit auf dem Gewissen. Frau und zwei Kinder überlebten schwer verletzt.
Wertung:
Die Familie mit einzubeziehen, ist zumindest einmal originell und innovativ. Aber da fehlt es ebenso an Konsequenz wie schon in der Formel-Karriere. Es kann mir doch keiner erzählen, dass es in 18 Rennen keine Gelegenheit gegeben hätte, sich publikumswirksam in Szene zu setzen. Etwa durch eine Frontalkollision mit Herrn Rindt! Und dann der Unfall völlig ab von jeglicher Fernsehübertragung! Schwach!
4. Roland Ratzenberger
Todesart:
Im Training zum großen Preis von San Marino in Imola semmelte der Herr Ratzenberger 1994 mit Volldampf in eine Begrenzungsmauer. Genickbruch, Platzen mehrerer innerer Organe, sofortiger Exitus. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Wertung:
Ich weiß nicht, wann lernen die es endlich, während des Rennens ist der Effekt allemal besser als im Training. Auch wenn 1994 bereits Übertragungen auch des Trainings erfolgten. Andererseits: Seit 1986 war in der Formel 1 kein Fahrer mehr tödlich verunglückt, insofern war das ein lobenswerter Durchbruch! Positiv hervorzuheben auch, dass der Roland nicht lang herumgemacht hat, sondern gleich bei seinem dritten Formel 1-Rennen zugeschlagen hat, nachdem er sich beim ersten nicht qualifiziert hatte und beim zweiten nicht in die Punkte gekommen war. Gut, sicher, da kopiert er ein wenig den großen Helmut Koinigg, aber wer wird schon so beckmesserisch sein?
5. Niki Lauda
Todesart:
Noch unklar, wahrscheinlich durch Absturz eines von ihm gesteuerten Airbus der Fly Niki zu erwarten. Der Herr Lauda, das muss man ihm lassen, hat sich beim großen Preis von Deutschland am 1. August 1976 wirklich alle Mühe gegeben. In der Nordschleife des Nürburgrings brach ihm die hintere Radaufhängung, sein Fahrzeug prallte gegen eine Felswand und ging in Flammen auf. Mehrere Piloten, insbesondere Arturo Merzario, Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl konnten Lauda nach über einer halben Minute aus dem brennenden Wrack bergen. Auf der Krankentrage war Lauda wieder bei Bewusstsein. Er hatte sich jedoch Verbrennungen im Gesicht zugezogen, da der wegfliegende Helm auch die feuerfeste Kopfhaube teilweise abgezogen hatte. Aufgrund der Brandverletzungen am Kopf wurde Lauda zuerst per Hubschrauber in das Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz geflogen. Dort erwiesen sich jedoch die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs der Kunststoffkarosserie als viel kritischer, wodurch eine Verlegung nach
Ludwigshafen nötig wurde. Im Hospital bekam Lauda schon die letzte Ölung (sollte man hier vom letzten Ölwechsel sprechen?), überlebte jedoch. Lauda setzte die Formel-Karriere fort. Bei einem Unfall eines Airbus der von ihm gegründeten Lauda-Air, deren Flugzeuge er häufig selbst steuerte, kamen einige Jahre später hunderte Menschen ums Leben. Lauda hatte allerdings nicht am Steuer gesessen. Lauda Air ging später in Konkurs und wurde von Austrian Air aufgekauft. Herr Lauda hat inzwischen die neue Billiglinie Fly Niki gegründet.
Wertung:
Zwiespältig. Die Inszenierung auf dem Nürburgring war an sich schon Weltklasse. Zu bemängeln ist aber die Wahl des Unfallorts weitab der Fernsehkameras, was dazu geführt hat, dass wir nur die Aufnahmen eines italienischen Amateurfilmers zur Verfügung haben. Außerdem ist natürlich die fehlende Konsequenz ein großer Minuspunkt, wie kann man so etwas guten Gewissens überleben? Die Fortsetzung der Karriere erscheint dagegen wieder lobenswert, auch wenn es im weiteren Verlauf wieder an Konsequenz gefehlt hat. Fast schon unverzeihlich dagegen, den verunfallten Lauda Air-Flieger von jemand anders steuern zu lassen. Das hätte die Krönung des Lebenswerks sein können. Wir werden beobachten, wie die Pilotenkarriere weitergeht und raten zur Sicherheit von Flügen mit Fly Niki ab.
6. Karl Wendlinger
Todesart:
Keine, da hat es auch nicht gereicht. Der Karli ist 1994 beim Training von den Großen Preis von Monaco seitlich in eine Streckenbegrenzung gepfeffert. Dabei ist sein Schädel heftig aufgeschlagen, was zu "Hirn"prellungen führte. Die Ärzte verordneten daraufhin knapp drei Wochen künstliches Koma. Der Karli nahm ein halbes Jahr später die Karriere wieder auf, war wegen der Schädelverletzungen aber etwas langsam und gab schon nach sechs Rennen endgültig auf.
Wertung:
Das geht ja nun gar nicht. Erst legt er das Ganze schon falsch an, indem er im Training zuschlägt. Lernen die denn gar nichts aus den Fehlern der Vergangenheit, die Ösis? Dann diese elende Hängepartie über drei Wochen, wie die Geschichte nun ausgeht. Und diese Ärzte, die den Karli durchbringen und ihm sein Lebenswerk versauen! Schließlich ein nur halbherziger Comebackversuch und nicht einmal ein Ausweichen auf andere, spektakuläre Todesarten. Klassenletzter, da ist auch nichts mehr zu erhoffen, der stirbt am Ende noch an Altersschwäche!
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